Die Themen der Zukunft
Was Strategen vom Web 2.0 lernen können
Dazu gehört, dass virtuelle wie reale Netzwerke vorrangig auf "gleicher Augenhöhe" entstehen. Menschen ähnlicher Hierarchiestufe können auch offener miteinander kommunizieren. Daraus ergibt sich das Prinzip der
"Autonomie": Mitglieder von Online Communities und Entscheidernetzwerken erwarten gleichermaßen, dass ihre Gemeinschaft durch keine interne Hierarchie kontrolliert wird. Der autonom organisierte Aufbau trägt auch dazu bei, Hintergründe, Motive und Sachkenntnis anderer Teilnehmer einschätzbar zu machen, was wiederum die "Glaubwürdigkeit" des Austausches erhöht. "Glaub-würdigkeit ist der entscheidende Faktor - in der Entscheider-Kommunikation ebenso wie im Internet", sagt Oltmanns.
Gästemanagement auch im www zentraler Erfolgsfaktor
Im virtuellen Raum und im realen Leben sind Organisatoren nötig, die den Anstoß für den Aufbau eines Netzwerkes geben, die Themen platzieren und dafür sorgen, dass die Community am Leben bleibt. Das
"Hosting" solcher Networks vollzieht sich dabei in der "echten Welt" in Form von Locationsuche, Gästemanagement, Redneransprache und anderen Organisationsfragen. Im Internet sind ähnliche Aufgaben zu lösen.
Es muss ein Forum eingerichtet, Themen und Inhalte definiert, mögliche
Teilnehmer angesprochen, sowie Nutzer, die gegen die Regeln verstoßen,
ausgeschlossen werden. Communities: "Es kann nur einen geben ?"
Das fünfte gemeinsame Merkmal von
realen und virtuellen Netzwerken ist das Phänomen der Selbstverstärkung: Spricht eine Community die richtigen Interessenten in ausreichender Zahl an, so erzeugt dies eine eigene, selbstverstärkende Dynamik. Mit der Ausdehnung wächst der Nutzen und damit wiederum sinkt der Reiz für die User, andere Angebote wahrzunehmen. Es sind die "Increasing Returns", die die Überlebensfähigkeit bzw. Dauerhaftigkeit einer Community bestimmen.
Denn auf Dauer kann es für jedes Themenfeld nur wenige erfolgreiche Communities geben. Oft überstrahlt sogar nur ein Anbieter alle anderen, wie wir es im Internet mit
Wikipedia oder XING erleben können. "Mit der Überprüfung der eigenen Kommunikationsaktivitäten anhand dieser fünf
Grundprinzipien, können Marketingverantwortliche auf einfache Weise die
langfristigen Erfolgschancen ihrer Networking-Strategie hinterfragen", zeigt Oltmanns den praktischen Nutzen dieser Erkenntnisse auf.
(ATN/Roland Berger-Unternehmensinformationen, 14.10.2008)