Die Themen der Zukunft
Unternehmen beurteilen Megatrend Wissensgesellschaft positiv
Noch mehr Chancen als in der
Wissensgesellschaft sehen die KMU im
technologischen Fortschritt. Auch den Wertewandel und im Gegensatz zum Vorjahr die Globalisierung bewertet eine Mehrheit der KMU als Chance. Schwach positiv fällt das Urteil zur Demographie aus. Dagegen stufen die KMU die Ressourcenknappheit überwiegend als Risiko ein.
Megatrends verändern
Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig. Zum zweiten Mal publizieren die Ökonomen der Credit Suisse eine Studie, die das Thema gezielt aus dem Blickwinkel der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) betrachtet. Dazu befragten sie knapp 1.600 Unternehmen aus verschiedenen Branchen der ganzen Schweiz zu den sechs Megatrends Demographie, Globalisierung, Wertewandel, Ressourcenknappheit, technologischer Fortschritt und Wissensgesellschaft.
In diesem Jahr bildet der
Megatrend Wissensgesellschaft das Schwerpunkt-thema. "Nachhaltigen Erfolg haben diejenigen Unternehmungen, welche sich am besten an Veränderungen anpassen und früh attraktive Geschäftsmöglichkeiten erkennen. Mit der diesjährigen Studie wollen wir wiederum eine breite Diskusssion über wichtige Zukunftsthemen auslösen.
Die Credit Suisse engagiert sich damit für
wettbewerbsstarke Schweizer KMU - heute und in Zukunft", erläutert Hans Baumgartner, Leiter Firmenkunden Schweiz - KMU.
Vor dem durch
das Internet geprägten Informationszeitalter waren Daten und Informationen ein knappes Gut, das oft Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen vorbehalten war. Wenn die Forschung eine Gewinn versprechende Innovation hervorbrachte, wurde diese wenn möglich mit einem Patent geschützt.
Dieses Modell ist in einer
Informationsgesellschaft, in der Wikipedia, Google, Open Source und Time-to-Market längst Eingang in den alltäglichen Sprachgebrauch gefunden haben, weitgehend überholt. Dank virtueller Vernetzung und globaler Datenfülle ist nicht mehr die Information an sich ein knappes Gut, sondern ihre durch menschliche Intelligenz gefilterte und aufbereitete Form das Wissen.
Innovationen zum Umgang
mit Wissen sind folglich die Erfolgsfaktoren der Zukunft. Fast zwei Drittel der KMU sehen den Megatrend Wissensgesellschaft in dieser Entwicklung grundsätzlich positiv.
InsgDie Umfrage zeigt auch generell, dass die
Zukunft für die KMU nicht nur bezüglich der Wissensgesellschaft mehr Chancen als Risiken birgt. 52% (Vorjahr: 48%) der KMU bewerten die Auswirkungen der sechs Megatrends zusammengenommen als chancenreich. Für knapp 25% (Vorjahr:
29%) überwiegen die Risiken.
Dies ergibt per
Saldo (Chancen minus Risiken) einen Überhang an optimis-tischen Antworten von 27% (Vorjahr: +19%). Grund für den leicht angestiegenen Optimismus dürfte gemäss den Ökonomen der Credit Suisse die Hochkonjunktur sein.
Der
technologische Fortschritt wird von allen Megatrends am chancenreichsten eingeschätzt. Beinahe 80% der KMU stimmt er optimistisch. Als klar positiv taxieren die KMU auch den Wertewandel und im Gegensatz zum Vorjahr die Globalisierung.
Die
Chancen überwiegen dabei aber weniger deutlich als beim
technologischen Fortschritt und der Wissensgesellschaft. Den Megatrend Demographie bewerten in etwa gleich viele KMU als Chance wie als Risiko. Pessimistisch fallen dagegen die Umfrageergebnisse hinsichtlich der Ressourcenknappheit aus.
Qualifizierte Arbeitskräfte sind die zwingende Voraussetzung für eine Wissensökonomie. Die Arbeitskräfte in der Schweiz verfügen zwar über viel Wissen. Knapp vier von fünf KMU gaben in der Umfrage an, dass der Bildungsstand ihrer Mitarbeitenden gemessen an deren Tätigkeit bzw. Funktion - gut bis sehr gut ist.
Arbeitskräfte sind aber derzeit knapp. 84% der KMU bekunden laut Umfrage Mühe, eine freie Stelle innerhalb angemessener Frist zu besetzen. Beinahe die Hälfte bewertet die entsprechenden Schwierigkeiten sogar als sehr groß.
Das
kapitalintensive Forschungs- und Entwicklungsmodell lag für die meisten KMU aufgrund fehlender Finanzkraft ohnehin außer Reichweite. Laut Umfrage können oder wollen sich nur 3% der KMU eine spezielle Abteilung leisten.
Im Informationszeitalter erweisen sich nun die kurzen Entscheidungs- und Informationswege der KMU und deren
breite Vernetzung als Wettbewerbsvorteile. Die Umfrage zeigt aber auch, dass die KMU diese Vorteile nicht optimal nutzen.
Laut der Befragung gilt die Wissensentstehung in den KMU als
Chefsache. 84% der Befragten äußern sich entsprechend. Nur 36% antworten dann aber, dass sie die Mitarbeitenden in die Wissensentstehung auch einbeziehen (Mehrfachnennungen möglich).
Das über alle Mitarbeitenden verteilte Wissen könnte somit besser ausgeschöpft werden. Die Umfrage zeigt auch, dass sich die Mehrheit der KMU auf
Produktinnovationen konzentriert. Über ein Drittel tut dies sogar ausschliesslich.
Besonders die
Fachverbände sind Innovationsförderer. Für 30% der KMU resultiert Innovation aus Verbandskontakten. Auch Business Clubs werden positiv eingeschätzt. Dort haben Innovationen in 11% der Fälle ihren Ursprung. Im Gegensatz dazu ist die staatliche Innovationsförderung bei den KMU nahezu unbekannt. Lediglich 2% der KMU haben die Stellen für Wissens- und Technologietransfer (WTT) kontaktiert. Im Falle der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) waren es 6%.
(ATN/Credit Suisse-Unternehmensinformationen, 03.07.2008)