Anzeige

Die Themen der Zukunft

Demografischer Wandel bietet Berufschancen für Hochschulabsolventen

Die Kultusministerkonferenz (KMK) sieht einen enormen
Fachkräftebedarf.
"Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es
viele Fragestellungen", sagt Andreas Schmitz vom KMK-Sekretariat in
Bonn. Wieviele Studierende sich aber mit dem Thema beschäftigen, ist
kaum festzustellen. Denn an den meisten Hochschulen wird zum Thema
Gerontologie überwiegend interdisziplinär gearbeitet - vor allem im
medizinischen Bereich wie in Berlin oder Hamburg, aber auch bei
Sozialwissenschaftlern und Betriebswirtschaftlern.

Berufsfelder für die Absolventen sind das Pflegemanagement, Lehre
und Beratung oder Marketingaufgaben bei der Verbreitung speziell auf Senioren zugeschnittener Produkte.
Derzeit wird das Studium meist
noch mit einem Diplom abgeschlossen. Doch im Zuge der internationalen
Angleichung der Abschlüsse gibt es immer mehr Bachelor- oder
Masterstudiengänge wie etwa seit dem Wintersemester an der
Fachhochschule Osnabrück.

Das Bundesforschungsministerium fördert Schwerpunktthemen wie etwa Gesundheit im Alter, gesundheitliche Vorbeugung und degenerative Demenzen bis 2010 mit mehr als 30 Millionen Euro. Weitere Gelder fließen in Forschungsprojekte zu Hilfen für Behinderte, die sich
teilweise ebenfalls auf Altersthemen beziehen. Auch das
Familienministerium steckt viel Geld in entsprechende Projekte.

An der Universität Köln wird die Wissenschaft vom Altern
interdisziplinär in den Bereichen Medizin sowie Sozial- und
Humanwissenschaften gelehrt und erforscht, sagt Sprecher Honecker.
2008 solle ein Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns seine
Arbeit aufnehmen, das mit der Universität kooperiere.

Am Institut für Gerontologie der Hochschule im niedersächsischen
Vechta ist das Interesse Studierwilliger inzwischen so groß, dass
seit dem laufenden Wintersemester ein Numerus Clausus den Zugang
beschränkt, wie Institutsdirektorin Hildegard Theobald berichtet.

An der Fachhochschule in Frankfurt am Main bündelt künftig ein
neues Zentrum die Forschung für den demografischen Wandel. Dort
arbeiten nach Angaben des geschäftsführenden Direktors Andreas Klocke
Architekten, Stadtplaner, Informatiker, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftler gemeinsam an Lösungsvorschlägen für Kommunen.

Die Universität Erlangen-Nürnberg bietet schon seit 1986 einen
Diplomstudiengang Gerontologie an, der nun wegen der internationalen
Angleichung gestufter Studiengänge ausläuft. Künftig wird ein
Aufbaustudium mit dem Master-Abschluss angeboten. Gedacht ist er nach
Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters Roland Rupprecht für
Psychologen, die sich auf älteren Menschen spezialisieren wollen.

An der Universität Bremen beschäftigen sich vor allem die
Studiengänge Pflegewissenschaften, Public Health, Psychologie und
Sozialforschung in den Fachbereichen Sozialwissenschaften und Human-
und Gesundheitswissenschaften mit dem Thema. Ausgebildet wird vor
allem für den Bereich des Pflegemanagements, wie Uni-Sprecher
Eberhard Scholz erklärt.

An der Universität-Dortmund wurde vor knapp zehn Jahren ein
Lehrstuhl für "Soziale Gerontologie" im Fachbereich Erziehungs- und
Sozialwissenschaften geschaffen. "Unsere Absolventen sollen in der
Lage sein, Projekte im Bereich der Pflege eigenständig durchzuführen
oder bei ihnen leitend tätig zu sein", erklärt die wissenschaftliche
Mitarbeiterin Manuela Weidekampf-Maicher.

An der Fachhochschule Lausitz im brandenburgischen Cottbus bilden
sich seit dem Sommersemester im Fachbereich Sozialwesen sechs
Studenten überwiegend per Fernstudium in der Gerontologie weiter,
berichtet Koordinatorin Petra Schmidt-Wiborg. Sie sind unter anderem
Sozialpädagogen, Verwaltungsmitarbeiter und Ökonomen.
(ATN/dpa, 27.12.2007)

Nächster Artikel aus Daten und Fakten Die meisten Branchen blicken zuversichtlich ins neue Jahr

Vorheriger Artikel aus Indien Indisches 1700-Euro-Auto kommt noch 2008