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Supercomputer-Weltrangliste hat neuen Spitzenreiter

Der schnellste europäische Rechner bleibt die Anlage JUGENE im
Forschungszentrum Jülich. Mit einer Leistung von 180 Teraflops
rutschte sie auf der halbjährlich veröffentlichten Weltrangliste vom
zweiten auf den sechsten Platz. Das in 16 Telefonzellen-großen
Schränken untergebrachte IBM-System wird für reine Forschungszwecke
genutzt. Die Rechenleistung der Anlage, die in etwa 20 000 modernen
PCs entspricht, steht Forschern aus Medizin, Biologie,
Materialwissenschaft, Teilchenphysik und Umwelttechnik zur Verfügung.

Unter den aktuellen Top-10 der weltschnellsten Computer finden
sich sechs Anlagen aus den USA, zwei aus Frankreich und je eine aus
Deutschland und Indien. Aus Deutschland haben sich 46 Supercomputer
auf der "Top 500"-Liste platziert, damit liegt Deutschland auf Rang
drei nach USA (257) und Großbritannien (53). Bei der installierten
Rechenleistung belegt Deutschland zwar den zweiten Rang, die
gesammelte Rechenkraft der deutschen Anlagen erreicht mit 0,96
Petaflops aber noch nicht einmal die alleinige Leistung des US-
Spitzenreiters.

Der erst kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellte Roadrunner hat
mit der Petaflop-Grenze erstmals seit zwölf Jahren wieder eine
entscheidende Geschwindigkeitsmarke geknackt. Davor hatte 1996 der
Computer ASCI Red die Teraflop-Grenze von einer Billion
Rechenschritten pro Sekunde durchbrochen. Der Roadrunner ist rund
1.000 Mal schneller als ASCI Red und mehr als 100.000 Mal schneller
als ein durchschnittlicher PC. Für die Aufgaben, die der Roadrunner
an einem Tag erledigen kann, müssten nach Angaben von IBM alle sechs
Milliarden Menschen auf der Welt 460 Jahre lang mit einem
Taschenrechner jede Sekunde eine Rechnung durchführen.

Herz des Supercomputers sind rund 20.000 Mehrkern-Prozessoren,
darunter neben Chips des Herstellers AMD auch 13.000 Cell-
Prozessoren, an deren Entwicklung IBM-Forscher aus Böblingen
wesentlich beteiligt waren. Die Cell-Chips sollen nach Angaben des
Unternehmens die fünffache Leistung herkömmlicher Prozessoren
erreichen. Bislang wurden sie vorwiegend in Spielekonsolen wie der
Playstation 3 von Sony oder Microsofts XBox 360 eingesetzt. In den
Spielekonsolen werden inzwischen leistungsstärkere Prozessoren
genutzt als in herkömmlichen Servern und Desktop-PCs.

Auf der diesjährigen Supercomputer Conference wird die "Top 500"-
Liste der 500 schnellsten Supercomputer zum 31. Mal veröffentlicht.
Initiator der Liste, die in der Branche als wichtiger Gradmesser
gehandelt wird, ist der Informatiker Hans-Werner Meuer von der
Universität Mannheim. Erstmals in der Geschichte der Liste wird auch
der Energiebedarf der Superanlagen gemessen.
(ATN/dpa, 18.06.2008)

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