Die Themen der Zukunft
Super Aguri gibt auf und steigt aus Formel 1 aus
Der Vorstand des japanischen Automobil- Herstellers und Formel-1-Konkurrenten Honda hatte über das
Übernahmeangebot einer deutschen
Unternehmensgruppe (Weigl-Gruppe) beraten, stimmte
aber dem Verkauf an den potenziellen Investor nicht zu. Hondas
Formel-1-Verantwortlicher Nick Fry hatte schon in den vergangenen
Wochen nur noch wenig Interesse gezeigt, das Team mit Chassis, Motor
und vor allem finanziell zu unterstützen.
Die Krise war ausgelöst worden, nachdem ein
Großsponsor im
vergangenen Jahr
nicht wie vereinbart gezahlt haben soll. "Der
Vertragsbruch durch unseren
Partner SS United hat zum Verlust der
finanziellen Unterstützung geführt und das Team in finanzielle
Schwierigkeiten gebracht", sagte der 47-jährige Suzuki, der selbst
von 1988 bis 1995 64 Grand Prix bestritten hat. Die Notlage
verschärfte sich, als im vergangenen Monat eine Investoren-Gruppe
(Magma) ihr Interesse an einem Kauf zurückzog.
Erschwerend wirkte für den Rennstall, dass künftig Kundenautos
verboten werden sollen. So hätte Super Aguri einen eigenen Wagen
entwickeln müssen, was wiederum sehr kostspielig ist. Die veränderten
Rahmenbedingungen für das Team hatten sich negativ auf die
Möglichkeit ausgewirkt, Partner zu finden. "Wir haben es mit Hilfe
von Honda irgendwie geschafft, das Team am Laufen zu halten, aber wir
finden es schwer, einen Weg zu finden, um unsere Tätigkeiten in
Zukunft innerhalb der Formel 1 fortzusetzen", meinte Suzuki.
Super Aguri war
trotz der Geldnöte in den ersten vier Rennen 2008
an den Start gegangen. Die Präsentation des neuen Wagens hatte vor
der Saison wegen der fehlenden Mittel abgesagt werden müssen, Suzuki
war fast ausschließlich mit der Suche nach Sponsoren beschäftigt.
Super Aguri ist das vorerst letzte in einer langen Reihe von
Teams, die im
Milliarden-Zirkus Formel 1 mangels Geld nicht mehr
auftreten können. Nachdem immer mehr Automobil-Hersteller eigene
Teams in der Formel 1 unterhalten, ist es für private Rennställe
immer schwieriger, finanziell mitzuhalten.
Rund 100 Millionen Dollar
pro Saison muss man aufbringen, um bei dem PS-Spektakel dabei zu
sein. Etliche Rennställe wie Prost, Jordan, Jaguar oder Arrows zogen
sich in den vergangenen Jahren zurück oder wurden übernommen.
(ATN/Claas Hennig und Christian Hollmann-dpa, 21.05.2008)