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Die Themen der Zukunft

Südafrikas Antwort auf Beckenbauer: Danny Jordaan

Der verheiratete zweifache Familienvater aus Port Elizabeth war in
seiner Jugend leidenschaftlicher Cricket- und Fußball-Fan.
Ein
erfolgreicher Fußball-Profi wie Beckenbauer war er dagegen nie. Als
politisch engagierter Lehrer startete Jordaan seine politische
Karriere - als Aktivist des heute regierenden Afrikanischen
Nationalkongress (ANC) von Nelson Mandela. Als dieser 1994 die
demokratische Wende einläutete, zog Jordaan als ANC-Abgeordneter ins
Parlament. Seine politischen Kontakte kommen ihm auch heute noch
zugute. Drei Jahre später wurde er Geschäftsführer des nationalen
Fußball-Verbandes (SAFA), für den er nun zehn Jahre tätig ist.

Mit unbeirrter Zuversicht und voller Selbstvertrauen versuchte er
nach dem ersten Fehlschlag im Jahr 2000 ein zweites Mal, die WM nach
Südafrika zu holen.
Im Mai 2004 war er nach unermüdlicher Lobbyarbeit
in Zürich am Ziel, als Südafrikas Name als Ausrichter der WM 2010 von
FIFA-Chef Joseph Blatter bekanntgegeben wurde. Jordaan hat seitdem
alle Hände voll zu tun, Pessimisten und Skeptiker vom WM-Ausrichter
Südafrika zu überzeugen. Sein Ziel: Mit der ersten Weltmeisterschaft
in Afrika das negative Bild des Kontinents zu verändern.

Jovial, charmant und stets umgänglich versucht er seit Jahren,
Bedenkenträger aus aller Welt von einem afrikanischen Erfolg zu
überzeugen.
Finanziell gelohnt hat es sich für ihn allemal. Jordaan,
Direktor der Bewerbungskommission für 2010, deren Vorsitzender Irvin
Khoza sowie der SAFA-Präsident Molefi Oliphant bekamen für den WM-
Zuschlag später von der finanziell chronisch verschuldeten SAFA einen
Bonus von jeweils 7,5 Millionen Rand (765 000 Euro) zuerkannt.

Obwohl diese Zahlungen von der Öffentlichkeit weitgehend
akzeptiert worden waren, öffneten sie nach Ansicht ihrer Kritiker
einer Kultur der Begehrlichkeit Tür und Tor.
Erst vor wenigen Wochen
gab es einen öffentlichen Aufschrei der Empörung, als sich Khoza und
vier weitere Mitglieder des Sponsorenausschusses der 1. Fußball-Liga
(PSL) gemeinsam 150 Millionen Rand (15 Mio. Euro) als Bonus gewähren
wollten. Der Grund: Ein lukrativer Sponsorenvertrag über fünf Jahre.
(ATN/Ralf E. Krüger-dpa, 23.11.2007) 

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