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Die Themen der Zukunft

Fußballklubs geht es finanziell immer besser

Deutschlands Fußballmanager schätzen die derzeitige Situation der Branche noch positiver ein als im letzten Jahr. 97 Prozent bezeichnen die derzeitige wirtschaftliche Lage als gut oder eher gut ? mehr als die Hälfte (54 Prozent) fällen sogar ein uneingeschränkt positives Urteil (Vorjahr: 37 Prozent). "Dementsprechend steigt auch die Zahl der Klubs, die profitabel arbeiten, weiter an", so Stefan Pfeiffer, Leiter der Sport Unit SCORE von Ernst & Young.

Für die abgelaufene Saison 2007/2008 rechnen 63 Prozent mit einem positiven Jahresergebnis (Vorjahr: 60 Prozent), 23 Prozent mit einem Ergebnis von ± 0. Allerdings rechnen auch sieben Prozent der Klubs mit einem geringen Verlust (Vorjahr: 13 Prozent).


Gute Spieler sorgen für den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg
jedes Profi-Fußballclubs.

Mehreinnahmen sollen in neue Spieler fließen

Von einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Lage gehen 73 Prozent (Vorjahr: 50 Prozent) aus. 80 Prozent der Befragten erwarten eine Steigerung der Einnahmen in der kommenden Saison. Die Hoffnungen liegen dabei vor allem in den Bereichen Sponsoring und Spielbetrieb - 67 bzw. 57 Prozent der Befragten erwarten, dass die Einnahmen in diesen Bereichen steigen werden.

Die Mehreinnahmen sollen vor allem für Investitionen in den Spielerkader verwendet werden: 93 Prozent der Befragten erwarten höhere Investitionen in diesem Bereich. Abgenommen hingegen hat die Anzahl der Manager, die ihre Mehreinnahmen für Investitionen in Sachanlagen verwenden wollen (von 82 Prozent auf 67 Prozent).

Champions League: Top-Nationen immer stärker,
nur Deutschland schwächelt

Im Verlauf der vergangenen Jahre konnten die Top-Fußballnationen ihre Leistungen in der Champions League immer weiter verbessern - nur Deutschland nicht. Dank der starken Leistungen insbesondere in den letzten Jahren konnte England sowohl Spanien als auch Italien auf hohem Niveau überholen. Auch Frankreich hat ein Zwischentief überwunden und konnte die Leistungen in der Champions League in den letzten Jahren stetig verbessern. Die Performance Deutschlands in der Champions League hingegen hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen.

Nicht nur immer weniger Nationen, auch immer weniger Teams spielen in der Champions League eine dominierende Rolle. "Offensichtlich verdichtet sich die Top-Performance in der Champions League im Zeitverlauf nicht nur auf einzelne Nationen, sondern auch auf wenige Teams", stellt Arnd Hovemann, Autor der Studie und Mitglied der Sport-Unit SCORE von Ernst & Young, fest.

Champions League immer vorhersehbarer

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass die Ergebnisse nahezu sämtlicher Nationen in der Champions League immer konstanter werden. Sowohl gute als auch weniger gute Teams reproduzieren ihre Ergebnisse immer häufiger. "Insgesamt hat die Competitive Balance, also die sportliche Ausgeglichenheit, der Champions League deutlich abgenommen", so Hovemann. Diese Entwicklung resultiert in erster Linie aus den immer größer werdenden Einnahmenunterschieden zwischen den Top-Ligen und kleineren Ligen.

Die englische Premier League überragt mittlerweile mit einem geschätzten Umsatz von 2,5 Milliarden Euro alle anderen Ligen deutlich. Die deutsche, die spanische und die italienische Liga kommen auf ein geschätztes Umsatzvolumen von ca. 1,5 Milliarden Euro, während kleinere Ligen weniger als 500 Millionen Euro Umsatz im Jahr verbuchen können. "Da sich finanzielle Mittel zudem durch ausgefeiltere Scoutingsysteme und Liberalisierung von Ausländerbeschränkungen immer effektiver in Spielstärke umwandeln lassen, werden umsatzstarke Klubs immer erfolgreicher", sagt Arnd Hovemann.

Dabei wirkt sich das Verteilungsprinzip der Vermarktungseinnahmen der Champions League wie ein Teufelskreis aus: Die erfolgreichen Klubs vereinnahmen immer höhere Prämien und können somit ihre sportliche Qualität weiter steigern und die Wahrscheinlichkeit des erneuten Erfolgs erhöhen.

 "Um ein weiteres Absinken der Competitive Balance der Champions League zu verhindern, erscheint eine von der UEFA bereits angekündigte Reform der Champions League sinnvoll", so Hovemann weiter. Andernfalls drohe ein Fernbleiben der Zuschauer oder sogar eine Abspaltung der Top-Klubs und Gründung einer eigenen Liga.

Schlechte Aussichten für deutsche Klubs

Eine nachhaltige Verbesserung der deutschen Erfolgsaussichten in der Champions League ließe sich nur über eine sehr deutliche Steigerung der Einnahmen erzielen. Allerdings sind solchen Bestrebungen durch die jüngste Entscheidung des Kartellamts hinsichtlich der zentralen Vermarktung der Medienrechte, durch das Werbeverbot für Wettanbieter und das drohende Werbeverbot für alkoholische Getränke enge Grenzen gesetzt.

Darüber hinaus haben spanische und englische Klubs wesentlich günstigere Voraussetzungen im steuerrechtlichen Sinne, um ausländische Stars zu verpflichten. Und in Italien und Spanien vermarkten die Klubs ihre Medienrechte dezentral. Dies führt einerseits zu hohen Einnahmen der Top-Klubs, andererseits aber auch zu einem einseitigen nationalen Wettbewerb. "Deutsche Klubs werden auf internationalem Parkett kurz- bis mittelfristig nicht in die Phalanx der sportlich äußerst erfolgreichen englischen und der dezentral vermarktenden Klubs aus Spanien und Italien einbrechen können", erwartet Hovemann.

Sportlicher Erfolg kostet zudem auch den Fan viel Geld: Der wirtschaftliche und sportliche Erfolg der englischen Klubs geht unmittelbar zulasten des verfügbaren Einkommens der Zuschauer im eigenen Land: Stadion-Eintrittspreise und Pay-TV-Gebühren übertreffen das deutsche Preisniveau deutlich. "Ein Nachahmen der englischen Erfolgsstory bekäme der deutsche Fan sehr deutlich im eigenen Portemonnaie zu spüren", konstatiert Hovemann. Jetzt die ganze Studie lesen!
(ATN/Ernst&Young-Unternehmensinformationen, 13.08.2008)
Foto: PR- FC Schalke 04



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