Sojabohnen können ihren Höhenflug der vergangenen Woche fortsetzen. Neben dem durch die Schwäche des US-Dollar ausgelösten allgemeinen Trend freundlicher Rohstoffpreise kommen Angebotsrisiken hinzu. Am Freitag sind die Bauern in Argentinien in einen Ausstand getreten, um gegen die Beibehaltung der Steuern auf Agrarexporte zu protestieren. Für sieben Tage sollen daraufhin sämtliche Getreide- und Lebendviehverkäufe gestoppt werden. Argentinien ist der zweitgrößte Mais- und drittgrößte Sojabohnenexporteur sowie einer der größten Rinderproduzenten weltweit.
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Die Agrarrohstoffe profitierten ebenfalls vom allgemeinen Aufwind. Ansonsten war die Nachrichtenlage für Weizen gemischt: Auf der einen Seite steigt in Norddakota die Gefahr einer großen Überflutung des Red River. Laut Einschätzung des USDA besteht damit das Risiko, dass Anbauflächen von 1 Mio Morgen nicht beziehungsweise verspätet bepflanzt werden können.
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Die Preise für Mais, Weizen und Sojabohnen konnten gestern um bis zu 6% steigen und somit ihre Verluste vom Vortag größtenteils wieder wettmachen. Neben steigenden Aktienmärkten und dem höheren Ölpreis trugen die aktuellen Exportzahlen des US-Landwirtschaftsministeriums dazu bei, da sie eine gestiegene Nachfrage nach US-Getreide und Ölsaaten signalisieren. So lagen die Maisexporte in der vergangenen Woche 38% höher als in der Woche zuvor. Die Sojabohnenexporte stiegen im Wochenvergleich sogar um mehr als das Fünffache.
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Die Förderung von Biokraftstoffen in der EU und Nordamerika trägt nur minimal zum Klimaschutz bei. Sie verursacht aber für Verbraucher und Steuerzahler jährlich Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe. Die derzeitige Förderpolitik führt auch dazu, dass ein zunehmender Teil der Weltagrarproduktion für Kraftstoffe verwendet wird, was sich dann auch in den steigenden Lebensmittelpreisen niederschlägt - so ein Bericht der OECD.
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Die wachsende Nachfrage in den Schwellenländern und die Rekordpreise beim Öl werden die Nahrungsmittelpreise auch in den kommenden Jahren hoch halten. Das teilten OECD und Vereinte Nationen zur Veröffentlichung des Agrarausblicks 2008 in Paris mit. Neue Essgewohnheiten in den Schwellenländern, Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum trieben die Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln weiter an. Hart ins Gericht gingen die Experten mit der Förderung von Biotreibstoffen. "Die Nachfrage nach Biokraftstoffen erklärt zu einem großen Teil den Preisanstieg", hieß es.
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Der weltweit steigende Bedarf an Lebens- und Futtermitteln sowie Bioenergie kann angesichts begrenzter Flächen nur gedeckt werden, wenn das auf den verschiedenen Standorten vorhandene Produktionspotenzial optimal ausgenutzt wird. Auf diese Notwendigkeit hat der Präsident der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), Carl-Albrecht Bartmer, beim "Forum Zukunft" der Großbäckerei Mestemacher jetzt in Frankfurt am Main hingewiesen. Für ihn als praktischen Landwirt bedeute es ein Stück "wahrgenommener Verantwortung", vor allem gegenüber der Dritten Welt, an einem landwirtschaftlichen Gunststandort wie Deutschland auch am biologischen Optimum zu produzieren.
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Um den weltweit grassierenden Hunger wirksam zu bekämpfen, sind jährlich 20 bis 30 Milliarden Dollar für Ernährungshilfen und für Investitionen in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer nötig. Das sagt der deutsche Agrarökonom Joachim von Braun, Direktor des International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington, der ZEIT. Von Braun widerspricht damit der Auffassung, die gegenwärtige Situation sei Ausdruck einer vorübergehenden Krise, die sich mit Nothilfe lindern lasse.
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Angesichts der Rekordpreise für Weizen, Reis und Soja stehen zunehmend auch die Finanzmärkte am Pranger. Spekulanten seien in ihrer Profitgier Schuld an den weltweit für immer mehr Menschen kaum noch bezahlbaren Grundnahrungsmitteln, meinen Kritiker. In der Tat lassen sich mit Finanzgeschäften rund um Agrarprodukte derzeit satte Gewinne machen. Doch Experten streiten sich, wie stark der Einfluss der Börsianer auf Lebensmittelpreise und Versorgungsnöte wirklich ist.
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Schon mal Mais, Soja oder Weizen gekauft? Nicht im Supermarkt - sondern an der Börse. Mit Grundnahrungsmitteln lässt sich derzeit an Rohstoffbörsen enorm viel Geld verdienen, die Preise sind auf Rekordfahrt. Die Schattenseite der satten Gewinne: Hunger bedroht immer mehr Menschen weltweit, warnen Hilfsorganisationen. Und auch in den Läden bei uns werden Lebensmittel dadurch teurer.
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Die deutsche Agrarwirtschaft exportiert so stark wie nie zuvor. Die Ausfuhren seien im vergangenen Jahr um 14,5 Prozent auf 43,4 Milliarden Euro gestiegen und hätten damit einen neuen Spitzenwert erreicht, teilte die Centrale Marketing- Gesellschaft CMA unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts mit. Besonders groß waren die Steigerungsraten beim Exportwert von Milch und Käse: Die Ausfuhr von Milch und Milchprodukten legte um rund 27 Prozent zu. Der Export von Fleisch und Fleischwaren stieg um etwa 15 Prozent, darunter von frischem Schweinefleisch um 21 Prozent.
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