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Die Themen der Zukunft

Airbus-Werksverkäufe schwierig

Die Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland" (FTD)
berichtete unter Berufung auf Branchenkreise sogar, die Verhandlungen mit OHB seien bereits eingestellt worden. Airbus dementierte dies. Die Verhandlungen über die Werke Varel, Nordenham und Laupheim sowie das EADS-Werk Augsburg liefen weiter, teilte die Airbus SAS in Toulouse mit. Das gelte auch für die Werke Filton in Großbritannien und St. Nazaire-Ville und Méaulte in Frankreich. Das Management gebe aber der zeitplanmäßigen Entwicklung des Langstreckenflugzeugs A350XWB Vorrang, fügte Airbus hinzu.

In dem "FTD"-Bericht hatte es geheißen, Airbus-Chef Thomas Enders
sehe den Zeitplan für den A350XWB in Gefahr, wenn nicht kurzfristig
über die Verkäufe der Airbus-Werke entschieden werde. Intern habe er
angekündigt, dass in zwei bis drei Wochen Klarheit über die nächsten
Schritte bestehen müsse.

Airbus soll auch nach einem Verkauf an den Werken, die wichtige
Bauteile für den neuen Airbus A350 zuliefern sollen, beteiligt
bleiben.
Die Bundesregierung setzt sich für eine deutsche Lösung ein,
um die Zukunftstechnologie Kohlefaser im Land zu halten. Dafür sollen
für den A350 Forschungsmittel in Millionenhöhe gezahlt werden.

Unterdessen wurde bekannt, dass beim Airbus-Mutterkonzern EADS die Einführung einer "Goldenen Aktie" zur Wahrung der strategischen Interessen von Deutschland und Frankreich nicht mehr verfolgt wird.
Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Industriekreisen erfuhr, wird
stattdessen geprüft, auf der EADS-Hauptversammlung Ende Mai eine
Beschränkung der Stimmrechte auf 15 Prozent in der Satzung des
Unternehmens zu verankern. Dies würde eine Verschiebung der deutsch-
französischen Machtbalance oder eine Übernahme durch einen
ausländischen Staatsfonds erschweren. «Goldene Aktien» geben dem
Eigner auch ohne bedeutende Kapitalbeteiligung ein Vetorecht bei
strategischen Entscheidungen.

Die EU-Kommission hatte massive Bedenken gegen die zunächst von
deutscher Seite befürwortete "Goldene Aktie" mit direkten
Sonderrechten für Berlin und Paris angemeldet.
Beide Länder wollen
aus Gründen der nationalen Sicherheit ihren Einfluss beim EADS-
Konzern schützen, der auch Raketen und Kampfjets herstellt. Bis
Mitte April soll der Vorschlag zur Änderung der Satzung ausgearbeitet
und dann mit der Einladung zur Hauptversammlung (26. Mai) an die
Aktionäre verschickt werden. Eine Lösung werde europarechtlich sauber
sein, hieß es.

Der französische Staat hält direkt 15 Prozent an EADS, hat den
Einfluss auf das operative Geschäft aber an den Privataktionär
Lagardère abgetreten. Berlin ist nicht im Kapital vertreten und nimmt
informell über den Großaktionär Daimler Einfluss.

(ATN/dpa, 24.03.2008)

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