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Die Themen der Zukunft

Das Bar-Investment

Herr Altenberger, Sie sind im Barkeeper-Himmel angekommen. Wie schafft man es dahin?

Altenberger: Man sollte in großen Bars gelernt haben, wissbegierig sein und Innovationen immer offen gegenüber stehen. Und schnell. Immer einen Schritt schneller als der Wettbewerb.

... ist das alles ?

Natürlich braucht man auch ein gutes Team, das einen unterstützt und eine Familie, die Verständnis für einen "Nachtarbeiter" hat.



Wie lange brauchen Sie für eine Cocktail-Kreation, wie zum Beispiel dem Living Mumbay, dessen wichtiger Bestandteil Kreuzkümmel ist?

Rund 15 Minuten. Aber denken Sie nicht, dass ich die Zutaten akribisch notiere. Das mache ich sehr ungern, lieber merke ich sie mir.

Was macht eigentlich den Erfolg eines Cocktails aus?

Nehmen wir zum Beispiel den Mojito. Er besteht aus Minze, Limette und Rum, er schmeckt hervorragend und jeder merkt sofort, dass seine Zutaten optimal zusammen passen. Das ist auf den Punkt gebracht, das Geheimnis eines nachhaltig erfolgreichen Cocktails.

Spielt die "Wirkung" eines Cocktails auch eine Rolle, damit sich der Erfolg beim Publikum einstellt?

Er sollte auf jeden Fall eine kräftige Wirkung haben. Es kann natürlich auch nicht schaden, wenn sich ein Meinungsmacher des Cocktails annimmt. James Bond lässt grüßen ?

... und zu welchem Cocktail greift der Barkeeper des Jahres?

Ich selbst trinke gerne Cocktails auf Whisky-Basis. Natürlich verschmähe ich auch kein Bier oder einen guten Wein.

Gibt es bestimmte Vorlieben bei Frauen und Männer, wenn es um Cocktails geht?

Männer mögen es herb und kräftig. Die Damenwelt ist noch in aller Regel auf dem süßen Pinacolada-Trip. Aber es bahnt sich hier schon eine Gegenbewegung an. Auch immer mehr Frauen mögen es herb.



Gehen wir einmal ins Detail. Wie unterscheiden sich die "Cocktail-Typen"?

Der erfolgreiche, weltläufige Manager, der ständig unter Druck steht, greift zum "Manhattan" oder Cocktails auf Martini-Basis, um abzuschalten. Zu diesen Powertypen zähle ich auch Politiker. Dann gibt es noch den Genießertyp. Der ist nicht minder erfolgreich, aber er versteht sich auf Malt-Whiskey und Cognac ...

... und wie erkennen Sie den Anfänger ?

... der studiert lange die Karte und schaut sich seine Umgebung genau an.

Wann sollte man denn mit dem ersten Cocktail am Tag loslegen?

Der Abend kann ab 18 Uhr mit einem Champagner-Cocktail beginnen. Nachdem Essen darf es dann ruhig etwas Kräftiges sein.

Bars sind weltweit absolut trendy. Wie ist es denn um die Cocktail-Kultur in Deutschland bestellt?

In Deutschland steht man Bars immer positiver gegenüber, obwohl London und New York in dieser Hinsicht immer noch auf Platz eins weltweit zu finden sind. Das liegt auch daran, dass man in diesen Städten bereit ist, in solch ein Projekt zu investieren. Zwischen vier und fünf Millionen Euro werden schon einmal in die Hand genommen, um die Bar zum Erfolg zu bringen. Soweit sind wir in Deutschland noch nicht. Aber das kann sich ja noch ändern - hoffentlich.

(ATN/Dieter Hintermeier, 26.06.2008)


Das Ranking

Thomas Altenberger stellt für unsere Leserinnen und Leser seine europäischen Lieblings-Bars vor:


1. dry Martini - Barcelona
2. Jimmy`s - Frankfurt am Main
3. Lab Bar -  Soho, London
4. Hemingway Bar - Hotel Ritz Paris
5. Widder Bar - Zürich
6. Salvatore`s - London

Vita

Der 38-jährige Altenberger wurde in Wiesbaden geboren. Nach seinem Schulabschluss entschied er sich für eine Ausbildung im Gastronomie-Gewerbe, anstatt dem Wunsch der Eltern zu folgen und eine Bank-Lehre zu absolvieren. Im Kurhotel Schlangenbad lernte er sein Handwerk von der Pike auf und gleichzeitig auch das Leben hinter der Bar zu schätzen. Zu Stationen seiner Bar-Karriere zählten zum Beispiel "Jimmy?s Bar" im Hotel Hessischer Hof und "Harry?s New York Bar, beide in Frankfurt beheimatet. Seit drei Jahren ist er nun Bar-Chef im Hotel Kempinski Bristol in Berlin.

Das Hotel-Imperium

Kempinski Hotels, zu der auch das Kempinski Bristol in Berlin gehört, ist die älteste Luxushotelkette Europas mit Sitz in Genf. Die Hotelkette ist Mitglied im Verband "Global Hotel Alliance" (GHA). Größter Anteilseigner der AG ist das thailändische Crown Property Bureau. Typisch für die Hotels ist die Einzigartigkeit der 5-Sterne-Häuser.

Jedes Hotel für sich hat einen eigenen Stil und Charakter und ist nur schwer mit den anderen Häusern vergleichbar. Das Portfolio beinhaltet luxuriöse Stadthotels, Landhausvillen, prunkvolle Grandhotels sowie weiträumige Ferienresorts. Eine der berühmtesten Investitionen der Kette in der letzten Zeit ist das Emirates Palace in Abu Dhabi.

Die mittlerweile fast 60 Kempinski-Hotels weltweit sind präsent in zahlreichen Ländern Europas, aber auch in Afrika, dem nahen und mittleren Osten und Asien.

Mit Ausnahme des Hotels Hotel Vier Jahreszeiten in München, das sich im Besitz der Gruppe befindet, sowie den geleasten Hotels Adlon in Berlin, dem Grand Hotel des Bains in St. Moritz sowie dem Grand Hotel Heiligendamm liegt der Schwerpunkt der Kempinski Hotels auf dem reinen Management der Luxushotels, die sich größtenteils in Privatbesitz befinden.

Hotel-Historie

Berthold Kempinski hatte 1862 eine Weinhandlung in seinem Heimatort Raschkow bei Posen gegründet und handelte mit Ungarnweinen. Nach der Proklamation des Kaiserreiches zog er nach Berlin und gründete 1872 einen Imbiss mit Weinprobierstube und eine Weinhandlung in der Friedrichstraße 76.

Da Berthold und Helena Kempinski keinen männlichen Nachkommen hatten, nahmen sie ihren Schwiegersohn Richard Unger in den Betrieb auf. Dieser übernahm schon bald die Geschäfte und er übergab die Firma seinem Schwiegersohn unter der Voraussetzung, den Namen Kempinski beizubehalten.

Daten

1910 stirbt Berthold Kempinski.

1927: Neben einigen großen Restaurants wurde ein weiteres am Kurfürstendamm 27 eröffnet. Dort steht heute das Hotel Bristol.

1928: Kempinski übernimmt das Haus Vaterland am Potsdamer Platz.

2. Weltkrieg: Richard Unger emigriert gemeinsam mit seiner Familie in die USA. M. Kempinski & Co wird "arisiert" und Teil der Aschinger AG. Ein Feuer zerstört das Restaurant am Kurfürstendamm 27. Viele Angehörige der einst erfolgreichen Kempinskis wurden von den Nazis verfolgt und in den Konzentrationslagern ermordet.

1951: Dr. Friedrich Unger (Berthold Kempinskis Enkel) errichtet ein Hotel auf dem rückgeführten Grundstück am Kurfürstendamm 27.

1952: Das Hotel Kempinski wird eröffnet.

1953: Dr. Friedrich Unger verkauft seine Anteile an die Hotelbetriebs-AG.

(ATN/Quelle:www.de.wikipedia.org)

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