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Börsenvertrauen der Privatanleger belastet

Dies zeigt sich insbesondere in der Ausprägung der einzelnen Antwort-möglichkeiten. So setzt sich die Gruppe der "Optimisten" aus den Befragten zusammen, die eine positive Börsenentwicklung für "wahrscheinlich" oder sogar "sehr wahrscheinlich" halten, die "Pessimisten" halten dies für "unwahr-scheinlich" oder sogar "sehr unwahrscheinlich". Üblicherweise nutzen die Befragten die schwächere Antwortoption, aktuell haben sich jedoch viele auf den extremen Wert festgelegt.

So stieg der Anteil der verhalten pessimistischen Befragten nur leicht von 27,7 auf 28,8 Prozent, während sich die Gruppe der sehr skeptischen Anleger von 7,4 auf 23,9 Prozent mehr als verdreifachte. Die gleiche Entwicklung ist umgekehrt auch bei den positiv gestimmten Befragten festzustellen: Der Anteil derjenigen, die steigende Börsen für wahrscheinlich halten, sank deutlich von 23,4 auf 16,2 Prozent, während sich die Untergruppe derjenigen, die dies für sehr wahrscheinlich halten, von 2,3 auf 7,1 Prozent ebenfalls verdreifachte.

Die skeptischere Haltung der Anleger lässt sich ebenfalls im JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex ablesen: Der Index zeigt die Gesamtstimmung im Markt und bewegt sich in einer Spannbreite von -20 bis +20. Er erreichte im Oktober einen neuen Tiefstand von -4,6. Dass das Börsenvertrauen der Anleger aktuell besonders belastet ist zeigt sich im historischen Vergleich: Als der Index 2004 erstmals gemessen wurde, lag er deutlich im positiven Bereich, obwohl der DAX damals wesentlich niedriger notierte.

Investmentquote geht zurück

Mit der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittelt die Fondsgesellschaft monatlich die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der deutschen Privatanleger. Die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführte repräsentative Befragung fand aktuell vom 2. bis 17. Oktober 2008 statt.

Im ersten Schritt wird zunächst die Quote der Investmentbesitzer festgestellt, unter denen dann der Investor Confidence-Index erhoben wird. Aufgrund des turbulenten Börsenklimas hat sich die Investmentquote im Oktober deutlich reduziert: Nachdem noch im August ein Jahreshoch von 23,3 Prozent erreicht wurde, halten nun nur noch 17,6 Prozent der Befragten börsennotierte Investments wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Fonds, Optionsscheine oder Zertifikate.

Jeder Dritte plant im nächsten halben Jahr weitere Investitionen

Bei Betrachtung des Investmentklimas fällt positiv auf, dass das Börsenvertrauen der Anleger nicht gänzlich geschwunden ist: Die Bereitschaft der Privatanleger, in den nächsten sechs Monaten weitere Investitionen vorzunehmen, stieg im Vergleich zum September sogar um 1,2 Prozentpunkte leicht an. Mit 33,6 Prozent plant immerhin fast jeder dritte der befragten Privatanleger, innerhalb des kommenden halben Jahres zu investieren.

Das ist insofern bemerkenswert, als dass sich lediglich 23,3 Prozent der Befragten für die weitere Entwicklung der Börse optimistisch zeigen. Mit 56,8 Prozent steht zwar nach wie vor mehr als jeder zweite Privatanleger weiteren Investitionen skeptisch gegenüber, aber im Vergleich zum September sank dieser Wert immerhin um 3,5 Prozentpunkte.

Bei den Favoriten für weitere Investments lässt sich bei den Befragten ein klarer Trend zur Sicherheit erkennen: In der Anlegergunst vorn liegen konservative Anlageformen wie das Sparbuch, das mit einem Zuwachs um 6,1 Punkte auf 13,9 Prozent seinen Anteil fast verdoppeln konnte, sowie Tagesgeldkonten mit 13,5 Prozent (plus 3,4 Prozent).

Dieser Aufschwung mag an der Garantie für diese Anlagen liegen, die die Bundesregierung Anfang Oktober abgegeben hat. Alle weiteren Anlageformen verzeichneten dagegen einen Rückgang. Investmentfonds gingen um 2,2 Prozentpunkte zurück, bleiben aber mit 12,0 Prozent in der Favoritengruppe für weitere Investments. Angesichts der Turbulenzen nahm auch die Bereitschaft zu Direktinvestments in Aktien (5,6 Prozent, minus 1,0 Prozentpunkt) und Zertifikate (0,7 Prozent, minus 2,2 Punkte) ab.
(ATN/JPMorgan Asset Management, 14.11.2008)

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