Die Themen der Zukunft
China ist der am schnellsten wachsende Werbemarkt
Der Bericht bietet
Daten von 26 Märkten, von Nordamerika über den asiatisch-pazifischen Raum bis zu Europa und Afrika, werden gesammelt. Alle wichtigen Werbeträger - wie Fernsehen, Printmedien, Radio, Außenwerbung, Kino und Internet - sind dabei einbezogen.
Die Ergebnisse des letzten
Global AdView Pulse deuten auf erhebliche Unterschiede bei den Trends zu den Gesamt-Werbeausgaben hin. Nordamerika verzeichnete insgesamt nur eine geringe Steigerung (plus 1,2 Prozent), trotz einer abschwächenden Wirtschaft und der jüngsten Streiks der Writers? Guild of America (Gewerkschaft der Autoren in der Film- und Fernsehindustrie der USA).
Die aktuelle
wirtschaftliche Situation verlangsamt das Wachstum auf den Medienmärkten. Die politische Werbung durch die Präsidentschaftswahlen gleicht einen Trend aus, der sonst noch negativer hätte ausfallen können, so die Nielsen-Experten in den USA.
Obwohl auch die
Medienindustrie Kanadas von den Streiks betroffen war, konnte in den ersten drei Monaten auf den lokalen Werbemärkten durch die stabilere kanadische Wirtschaft ein Plus erzielt werden, das den von den USA erzielten Prozentwert deutlich übertraf.
Von den drei betrachteten Regionen erzielte der asiatisch-pazifische Raum im Quartalsablauf die
größte Steigerung und verzeichnete bemerkenswerte 10 Prozent. Alle vier wichtigen Medienarten (Fernsehen, Zeitschriften, Printmedien und Radio) trugen dazu bei.
Diese Region wird vermutlich weiter von der wirtschaftlichen Entwicklung auf den schnell
wachsenden Märkten Asiens profitieren. Andererseits haben Unsicherheitsfaktoren durch die Lage der Weltwirtschaft und die steigenden Öl- und Rohstoffpreise auch Asien und die Ozeanien erreicht.
Die
Effekte dieser Belastungen könnten den Aufwärtstrend, den diese Region insgesamt vorweisen kann, verlangsamen. Der starke Anstieg der Werbeausgaben im asiatisch-pazifischen Raum ist auf ein kräftiges Wachstum in China, Indien und Indonesien zurückzuführen; auf anderen Märkten blieb das Wachstum gleich.
Laut den Nielsen-Experten
in China wird erwartet, dass die chinesische Wirtschaft 2008 stabil bleibt. Nielsen prognostiziert für das laufende Jahr eine kräftigere Steigerung. Sie wird auf die beliebte Online-Werbung per Video und die lokale Internetsuche zurückgeführt.
Der
Werbemarkt in Europa blieb im Laufe des ersten Quartals 2008 konstant. Das Fernsehen, auf welches fast 50 Prozent aller Werbeausgaben in Europa entfallen, ist das einzige Medium, für das Zuwächse erzielt wurden (plus 2,2 Prozent). Das langsame Wirtschaftswachstum auf vielen europäischen Märkten und die Folgen der wirtschaftlichen Unsicherheit haben sich auf die Werbetrends in der Region ausgewirkt.
Es wird jedoch erwartet, dass sich der kürzlich stattgefundene
Fußball-Europameisterschaft und die bevorstehenden Olympischen Spiele in der zweiten Jahreshälfte positiv auf die Werbeausgaben auswirken werden. Nach Meinung der Experten von Nielsen in Deutschland wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 2008 fast 30 Millionen Euro in Kampagnen investiert, die direkt oder indirekt mit der Fußballeuropameisterschaft in Österreich und der Schweiz in Zusammenhang standen. Sogar im an Ölvorkommen reichen Norwegen, wo in der Wirtschaft ein Erfolg nach dem anderen zu verzeichnen ist, gibt es nun Anzeichen einer moderateren Entwicklung.
Marktexperten von Nielsen
Norwegen machen als Motoren dieser Abschwächung ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum bei den norwegischen Handelspartnern, eine stärkere Krone und mehrere Erhöhungen der Zinssätze im vergangenen Jahr aus.
Der
südafrikanische Werbemarkt verzeichnete im Laufe des Quartals ein überwältigendes Wachstum von 15,3 Prozent. Wie üblich entfällt der Hauptanteil auf das Fernsehen und die Printmedien, aber auch die Internetwerbung kommt auf diesem Markt zunehmend in Schwung und wächst innerhalb von drei Monaten um überdurchschnittliche 67 Prozent.
Nach
Meinung der Analysten bei Nielsen mag das Fernsehverhalten in Südafrika durch eine Krise bei der Stromversorgung Anfang 2008 beeinflusst worden sein, die zu ausgedehnten Stromausfällen überall im Land führte. Bis jetzt ist jedoch unklar, wie stark sich dies ausgewirkt hat.
Weltweit werden
im Gesundheitswesen weiterhin mit etwas mehr als 10 Prozent aller Werbeaktivitäten die meisten Werbeausgaben getätigt. Da heute 9 Prozent der Verbraucher weltweit ihre Gesundheit als ihr wichtigstes Anliegen betrachten, ist es durchaus möglich, dass diese Zahl noch weiter steigt.
Die Werbeausgaben für
schnelldrehende Konsumgüter steigen ebenfalls erheblich an (plus 6,7 Prozent), wobei sie sich in allen Regionen erhöhen. Die Werbeausgaben für Kleider und Accessoires stiegen um plus 5,5 Prozent.
Das
Fernsehen bleibt das Medium, mit dem am meisten durch Werbeausgaben verdient wird. Weltweit wird hier eine Steigerung von 6,9 Prozent pro Jahr und in allen Regionen ein Wachstum erzielt.
Auf Fernsehwerbung entfallen zurzeit 60 Prozent der weltweiten Werbeausgaben. Bei den
Zeitungen, deren Anteil bei fast 24 Prozent der Ausgaben liegt, bleiben die Ausgaben nahezu konstant (plus 0,4 Prozent). Für Zeitschriften ist hingegen weltweit ein geringfügiger Rückgang der Ausgaben zu verzeichnen (minus 0,9 Prozent).
(ATN/Nielsen-Unternehmensinformationen, 31.07.2008)