Die Themen der Zukunft
RWE Dea setzt auf Erdgas aus Nordafrika
Auch die Öl- und Gasförderung in Deutschland, vor allem im
schleswig-holsteinischen Ölfeld Mittelplate, soll so lange wie
möglich auf dem aktuellen Niveau gehalten werden. In der Nordsee hat
RWE Dea gemeinsam mit dem Partner Wintershall in den vergangenen 20
Jahren mehr als 20 Millionen Tonnen Rohöl gefördert - "störungsfrei",
wie Vorstand Thomas Rappuhn betonte.
Nun will RWE Dea gemeinsam mit
Wintershall im Wattenmeer ein zusätzliches Potenzial von 14 Millionen Tonnen erschließen und dort fünf Erforschungsbohrungen vornehmen. Dieses Vorhaben ist wegen Umweltbedenken umstritten. "Wenn es dort Öl gibt, wird keine zusätzliche Produktionsplattform gebaut", sagte
Schöning. Das Öl würde mit der bestehenden Mittelplate-Plattform oder
von Land aus gefördert.
Ebenfalls in Schleswig-Holstein plant die RWE-Tochter
klimaschädliches CO2 in tiefen Gesteinsschichten einzuspeichern. Im
nördlichsten Bundesland vermutet RWE Dea die geeignetsten
Gesteinsformationen. Das Projekt steht jedoch noch am Anfang,
behördliche Genehmigungen liegen noch nicht vor.
Im abgelaufenen Jahr profitierte RWE Dea von den hohen
Rohstoffpreisen und erwirtschaftete ein Betriebsergebnis von 492
Millionen Euro. Das ist das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten für den
RWE-Förderbereich, liegt aber um 20 Prozent unter dem Gewinn des
Vorjahres. Hauptursache ist der Ausstieg von RWE Dea bei der
Ölförderung in Kasachstan. Zudem profitierte das Unternehmen nicht in
vollem Maße vom Ölpreisanstieg in Dollar: In Euro verteuerte sich Öl
im Jahresdurchschnitt nur wenig. Die Gasförderung erhöhte sich um
acht Prozent auf 3,2 Milliarden Kubikmeter, die Ölförderung
reduzierte sich dagegen um 28 Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen.
Der
Umsatz ging entsprechend um 4,3 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro
zurück.
(ATN/dpa, 08.04.2008)