Die Themen der Zukunft
Anteil der Börsen-Pessimisten sinkt
"Obwohl der Trend im DAX nach einem positiven Start 2010 erst einmal abwärts zeigt, scheinen die Privatanleger mit neuem Optimismus in das Jahr zu starten", erläutert Jean Guido Servais, Marketing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management. Er schließt allerdings auch einen gewissen nachgelagerten Effekt nicht aus. Und dass das Auf und Ab der Märkte auch für Verunsicherung sorgt, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass mehr als ein Drittel der Befragten bewusst keine Stellung bezieht: Der Anteil der Unentschlossenen stieg um 4,4 Punkte auf 35,1 Prozent.
Investor Confidence-Index wieder deutlich stabilisiert
Der Stimmungsaufschwung zeigt sich auch im J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex, der die Gesamtstimmung im Markt zeigt und sich in einer Spannbreite von -20 bis +20 bewegt: Der Mittelwert aus allen Antworten wurde vom Optimismus der Anleger wieder deutlich in den positiven Bereich getragen. Nach einem Anstieg um 1,5 Prozentpunkte notiert er aktuell auf einem Wert von 2,0. Ein selten zu beobachtendes Ereignis ist, dass der Stimmungsindikator der befragten weiblichen und männlichen Anleger aktuell gleichauf liegt. Üblicherweise sind die Frauen vorsichtiger eingestellt als die Männer. So stieg auch der Indexwert der Anlegerinnen von einem negativen Niveau (-1,5 im November) an, während die männlichen Anleger ihr Stimmungsniveau fast beibehielten (2,1 im November).
"Ein weiteres interessantes Phänomen ist, dass der J.P. Morgan Investor Confidence Index, der ausschließlich die positiven Erwartungen misst, bei genau 100 notiert. Das Börsenvertrauen liegt damit nominal auf dem Wert vom Mai 2004, als dieser zusätzliche Indikator implementiert wurde allerdings bei veränderten Rahmenbedingungen. 2004 bewegte sich der DAX unterhalb der 4.000-Punkte-Marke. Verglichen mit dem deutlich höheren DAX-Wert von heute ist das Vertrauen also noch nicht wieder vollständig zurückgekehrt", unterstreicht Servais. Auch hier zeigt sich, dass die Frauen derzeit positiver gestimmt sind und mit einem Wert von 120 die Börsenentwicklung deutlich optimistischer beurteilen als die Männer (Indexwert 90).
Mit der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittelt die Fondsgesellschaft zweimonatlich die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der deutschen Privatanleger. Die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführte repräsentative Befragung fand zuletzt vom 8. bis zum 22. Januar 2010 statt. Im ersten Schritt wird die Quote der Investmentbesitzer festgestellt; aus dieser Teilgruppe lassen sich dann die verschiedenen Investor Confidence-Indizes erheben. Aktuell machte sich die verbesserte Anlegerstimmung nicht beim Investmentbesitz bemerkbar. Er nahm zwar nur um 0,1 Prozentpunkte ab und blieb damit relativ stabil, hat aber seit Mitte 2009 fast fünf Prozentpunkte eingebüßt. Mit 15,5 Prozent der Befragten ist dies der niedrigste jemals erhobene Anteil von Anlegern in börsennotierte Investments wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Fonds, Optionsscheine oder Zertifikate.
Risikoneigung der Anleger steigt wieder
Die Bereitschaft der Privatanleger, im nächsten halben Jahr zu investieren, stieg dagegen wieder leicht an: Der Anteil derjenigen, die weitere Investments tätigen wollen, nahm um 2,1 Prozentpunkte zu. Nun plant mit 34,8 Prozent rund jeder Dritte neue Anlagen.
Die Favoriten für weitere Anlagen zeugen ebenfalls von steigendem Börsenvertrauen der Privatinvestoren. Während im letzten Jahr immer wieder Tagesgeldkonten auf dem ersten Rang der gewählten Investments zu finden waren, müssen diese sich aktuell mit dem vierten Rang begnügen. Mit einem Plus von 1,5 Punkten auf 14,0 Prozent liegen nun wieder die Fonds in der Anlegergunst vorn. Sparbücher folgen auf dem zweiten Rang mit 11,6 Prozent (+ 1,6 Punkte). "Die Bereitschaft zu Direktanlagen in Aktien hat sich deutlich erholt und liegt nach einem Plus von 2,0 Punkten bei 9,6 Prozent. Tagesgeldkonten verloren 4,6 Punkte und kommen nun bei 8,9 Prozent für ein Investment in Frage. Nach und nach scheint sich bei den Privatanlegern die Erkenntnis durchzusetzen, dass sich die Zinsen auf historisch niedrigem Niveau befinden und sich daran kurzfristig nichts ändern wird. So zeigen sie nun wieder eine leicht erhöhte Risikoneigung", schließt Servais.
(ATN/JP Morgan Asset Management-Unternehmensinformationen)