Die Themen der Zukunft
Verdachtsfälle wegen Betrugs mit Kurzarbeit steigt
Das Schema der Missbrauchsversuche ist meist ähnlich und recht simpel: Während ein Mitarbeiter offiziell pausiert und sein Chef für ihn Kurzarbeitergeld beantragt, geht er in Wahrheit im Betrieb einfach weiter seinen Aufgaben nach. In Krisenzeiten, in denen der Verlust des Jobs droht, lassen sich einige Beschäftigte offenbar auf solche Tricksereien ein.
Das Risiko, erwischt zu werden, sei jedoch groß, warnt die Bundesagentur. Je mehr Beschäftigte in die falschen Angaben zu Arbeitszeiten und Lohnausfall verwickelt seien, desto mehr Mitwisser gäbe es. Würde schließlich doch jemandem gekündigt, könnte der aus Verärgerung seinen Arbeitgeber anzeigen, das geht auch anonym. Bei den von der BA registrierten Verdachtsfällen liegen solche Anzeigen oder andere Hinweise auf Unregelmäßigkeiten vor. Wie oft sich dahinter tatsächlich Betrug verbirgt, vermag aber niemand abzuschätzen.
Erweisen sich die Indizien bei einer Prüfung als stichhaltig, übergibt die Bundesagentur den Fall an die Staatsanwaltschaft. Bisher ist jedoch erst ein kleiner Teil der Verfahren so weit fortgeschritten. In Nordrhein-Westfalen etwa wurde nur bei 25 von 139 verdächtigten Unternehmen die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
(ATN)