Holz ist einer der wichtigsten Roh- und Werkstoffe der Menschheit. Wenige Zahlen machen dies deutlich: Die jährliche Holzproduktion übersteigt aktuell die Mengen an Stahl, Aluminium und Beton. Die Gesamtmenge der weltweit in den Wäldern akkumulierten Holzmasse wurde für das Jahr 2005 auf etwa 422 Gigatonnen geschätzt. Jährlich werden derzeit 3,2 Milliarden Kubikmeter Rohholz eingeschlagen, davon rund die Hälfte in Tropen-Ländern. Unter diesen Vorzeichen rückt der Rohstoff "Holz" immer mehr auch in den Fokus von Investoren.
Das sind "gewaltige" Zahlen, die unseren Testwagen nicht beeindrucken. Auch er hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten. Mit einer Länge von 4,88 Meter und einer Breite von 1,98 Meter ist er nur wenig "mächtiger" als sein "Bruder" aus der BMW-Familie: der X5. Da der X6 aber unübersehbar die sportliche Note betont, gehört es sich, dass er "geduckter" als der X5 auftritt. Mit einer Höhe von 1,69 ist er sieben Zentimeter flacher als sein "Bruderherz".

Eine betont sportliche Note zeichnet den X6 aus.
Bei Passanten auf der Straße hinterlässt unser Testwagen ohne Zweifel einen positiven Eindruck. "Ein schönes Auto", loben sie. Und dieses Kompliment hören wir mehr als einmal. Dabei hatten wir schon heimlich überlegt, ob wir in Zeiten der Automobil- und Energiekrise mit dem X6 nicht auf Unwillen bei unseren Zeitgenossen stoßen, die ihrerseits einen solchen fahrbaren Untersatz für nicht mehr zeitgemäß halten. Wir durften feststellen: Die automobile Toleranz siegte schließlich doch.
Doch zum Wesentlichen: Unterwegs sind wird im X6 3.0d. Für den Antrieb des Fahrzeugs sorgt modernste Common-Rail-Dieseltechnologie. Das bekommen wir zu spüren. Das 235-PS-starke Fahrzeug überzeugt uns mit starken Fahrleistungen bei relativ moderatem Verbrauch. Mit einem bärenstarken Drehmoment von 520 Newtonmeter braucht der X6 keinen Überholvorgang aus dem Wege zu gehen - wenn er will natürlich. Je nach Fahrweise pendelte sich der Durchschnittsverbrauch zwischen 9 und 10,5 Liter ein. Das halten wir in dieser Gewichtsklasse allemal für annehmbar.

Markant: die hintere Partie des X6.
Im regen Stadtverkehr macht unser Testwagen ebenfalls keine Probleme. Mühelos schlängelt er sich durch die verkehrsberuhigten Straßen des Frankfurter Westends. Ist die Lücke groß genug, wird auch das Einparken mit dem X6 nicht zum vielzitierten Buch mit sieben Siegeln. Aber wie heißt es so schön: Übung macht auch in solchen Situationen den Meister.
In Sachen Bodenfreiheit lässt sich der X6 nichts vormachen. 21,5 Zentimeter, das ist eine "artgerechte Hausnummer" für einen, der im Gelände ebenfalls zeigen möchte, was er kann. Mit Verlaub. An dieser Stelle doch ein kleiner Anflug von Kritik. Gibt es denn wirklich jemanden, der sich einen total verdreckten, die glänzende Metallicfarbe nur noch rudimentär erkennbar, X6 vor der Garage vorstellen kann? Ein solches Bild erweckt bei uns die Vorstellung, als würde Big-Boss jeden Tag zu uns im gepflegten Blaumann sprechen. Wahrlich kein erhabener Anblick.

Der X6 hat eine beachtliche Bodenfreiheit von 21,5 Zentimeter.
Weiteres Manko, aber bitte nur für den, der es auch so sehen möchte: Eine klassische "Familien-Kutsche" kann und will unser "großer" X6 nicht sein. Im Fond ist mit zwei Kidies Schluss mit Lustig. Wer aus demografischen Gründen oder noch besser der Liebe wegen für weiteren Nachwuchs sorgte, hat mit unserem Testwagen leicht daneben gegriffen. Der hintere Mittelplatz ist nämlich mit Getränkehaltern und Aschenbecher voll "aufgefüllt" - Schade, eigentlich.
Noch weiter hinten hält der Kofferraum ein Volumen von 570 Liter für die Reisenden bereit. Das mag für den Jahresurlaub mit der Familie reichen, wenn nur der "große" Koffer mit an Bord ist. Den sollte aber, genau wie regelmäßig die Getränkekisten, Papi hinein hieven. Mama wird in solchen Situationen wohl eher streiken, denn die Heckklappe des X6 ist hoch.

Der X6 erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h.
Wollen wir aber an dieser Stelle bei unserem Testwagen nicht unfairer Weise die Messlatte einer allseits einsetzbaren "Familienkutsche" anlegen. Das kann und will der X6 nicht sein, und das darf er ja wohl auch.
Jedenfalls macht er im Wald eine richtige tolle Figur - und darauf kommt es ja am Ende des Tages an! Oder?
Fazit: Die Preisklasse des X6 beginnt weit jenseits der 50.000-Euro-Marke. Das optimale Fahrzeug also für Mama und Papa, die ihr Domizil an der Hamburger Elbchaussee oder im Münchener Stadtteil Grünwald aufgeschlagen haben. Und solche eleganten Villen-Viertel soll es ja auch in Moskau und Dubai geben.
(ATN/Dieter Hintermeier)
Fotos:ATN/Dieter Hintermeier
Technische Details
Motor 6-Zylinder-Commonrail-Diesel
Hubraum 2993 ccm
kW/PS 173 (235)
Drehmoment 520 Nm
Speed 210 km/h
0-100 km/h 8,0 Sek.
Verbrauch 9,8 (Test)
CO2-Emission 217 g/km
Preis 56.800,00 Euro

Blick in das Cockpit des X6.
Fahrzeug-Historie
Der BMW X6 (E71) ist ein Crossover aus Sport Utility Vehicle und Coupé des Autoherstellers BMW. BMW verwendet die Bezeichnung Sport Activity Coupé (SAC). Der Concept X6 wurde auf der IAA 2007 in Frankfurt am Main vorgestellt und ging 2008 in Serie. Der günstigste X6 (X6 xDrive30d) kostet ab 56.800 Euro. Alle BMW X6 werden, wie bereits der X5, im BMW-Werk in Spartanburg (USA) gefertigt.
(ATN/Quelle: Wikipedia)