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Börsenturbulenzen trafen Zertifikate härter als Basiswerte

Die einzelnen Zertifikatekategorien haben den Börsenturbulenzen recht unterschiedlich getrotzt: Beispielsweise schnitten Discount-Zertifikate auf DAX und Euro STOXX 50 größtenteils besser als ihre Basiswerte ab. Bonus- und Bonus Capped-Produkte dagegen entwickelten sich deutlich schlechter als die jeweiligen Underlyings. Bonus-Produkte auf den DAX performten etwa 9,6 Prozent schlechter als der Leitindex; Bonus Capped-Produkte auf den DAX zeigten eine Outperformance von -8,1 Prozentpunkten.

Rund 75,6 Prozent aller Bonus-Zertifikate auf den DAX durchbrachen im letzten Monat ihre Knock-In-Schwelle. Zum Vergleich: Im gesamten dritten Quartal waren es nur 11,7 Prozent. 78,8 Prozent aller Bonus Capped-Produkte auf den DAX wurden ebenfalls in diesem Zeitraum ausgeknockt - gegenüber 14,9 Prozent im gesamten dritten Quartal 2008.

Sprunghafter Anstieg des CDS-Niveaus zu beobachten

Kennzeichnend für die schwierige Lage im Markt war auch der sprunghafte Anstieg des CDS-Niveaus (Credit Default Swaps) seit dem 15.09.2008. Nach Ankündigung der Insolvenz von Lehman Brothers, der Krise um AIG sowie dem Beinahezusammenbruch von Washington Mutual hatten sich die CDS-Werte für alle Zertifikateemittenten um 72 Prozent auf im Durchschnitt 256 Punkte erhöht. In normalen Börsenzeiten ist dagegen ein durchschnittliches CDS-Niveau von 10 bis 20 Punkten zu beobachten.

Scope Analysis berücksichtigt seit Mitte September die CDS bei der Bewertung der Emittentenbonität. Die aktuellen Ereignisse hatten zur Folge, dass sich die Bonitätsnoten für den Großteil der Zertifikateemittenten verschlechtert haben.

Aktuell sind die höchsten CDSWerte bei den US-amerikanischen Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley zu beobachten. Bei der Société Générale, der BNP Paribas und der Commerzbank ist dagegen das CDS-Niveau deutlich unterdurchschnittlich. Eine positive Ausnahme stellt auch die DWS GO dar, die vor wenigen Tagen ein neues Absicherungssystem zum Schutz der Zertifikate-anleger eingeführt hat. Scope Analysis hat die Bonität von DWS GO SAFE mit der Note AAA bewertet. 

Der Zertifikatemarkt im dritten Quartal 2008

Vorsprung gegenüber den Basiswerten verringert sich ? Knock-In-Quote steigt
Die Gesamtzahl der 33.300 von Scope Analysis erfassten Neuemissionen im 3. Quartal entsprach fast genau der Anzahl der im vorherigen Quartal neu emittierten Produkte. Auch diesmal wurden vor allem Discount-Produkte auf den Markt gebracht.

In der Kategorie Bonus Capped gab es rund ein Viertel weniger Neuemiss-ionen als im vorherigen Quartal, wohingegen etwa dreimal so viele Sprint-produkte neu aufgelegt wurden. Im dritten Quartal konnte ein Großteil der Zertifikate besser als der jeweilige Basiswert abschneiden. Im Durchschnitt lag ihre Performance ca. 1,4 Prozent über der ihrer Basiswerte. Lediglich Bonus- und Bonus-Capped-Produkte entwickelten sich im Durchschnitt schlechter als ihre Underlyings.

Im Vergleich zum zweiten Quartal wird allerdings deutlich, dass sich der Vorsprung der Zertifikate gegenüber den Basiswerten in allen Zertifikatekategorien verringert hat. Lediglich bei den Discount-Zertifikaten sind die Outperformance-Werte nicht so deutlich zurückgegangen wie in den anderen Zertifikatekategorien. Die Knock-In-Quote über alle Zertifikate-kategorien lag im 3. Quartal bei 33,2 Prozent gegenüber 24,0 Prozent im
vorherigen Quartal.

Rund die Hälfte aller Zertifikate auf die einzelnen DAX-Titel verbuchte
im dritten Quartal eine schlechtere Performance als ihr Basiswert. Während Anleger beispielsweise bei einem Direktinvestment in die Henkel-Aktie im Plus gelegen hätten, mussten sie mit Zertifikaten auf dieses Papier Einbußen hinnehmen. Deutlich schlechter als ihr Basiswert schnitten Zertifikate auf die SAP-Aktie sowie auf die VW-Aktie ab.

Über alle Zertifikatekategorien hinweg ist das Niveau der Spreads im 3. Quartal 2008 gestiegen. Eine der Ursachen ist sicherlich darin zu sehen, dass sich die durchschnittliche Volatilität über alle Basiswerte hinweg in den letzten Wochen stark erhöht hat und sich die Emittenten gegen das erhöhte Risiko absichern.

Vergleicht man die Renditeerwartung der einzelnen Zertifikatekategorien in den letzten beiden Quartalen miteinander, zeigt sich, dass vor allem Bonus Capped- und Bonus Capped kleiner 30-Produkte, bei welchen erst 30 Tage vor Ende der Laufzeit eine Knock-In- Schwelle aktiv ist, stark zulegen konnten.

Die absolut höchste Renditeerwartung war allerdings bei Discount-Produkten gegeben. Sie haben im dritten Quartal die Outperformance-Zertifikate, die im 2. Quartal vorne lagen, auf dem Spitzenplatz abgelöst. Die besten Emissionshäuser bei Pricing, Spread und Produktvielfalt Die besten Preise stellte auch im dritten Quartal wieder die UBS. Ebenfalls solide ist der zweite Platz der Sal. Oppenheim. Gemessen an ihrem Marktanteilen ist sie, wie auch die Drittplatzierte ABN Amro, eines der kleineren Häuser am Markt, welche die niedrige Produktvielfalt durch eine gute Kostengestaltung wettzumachen suchen.

Während sich ABN Amro damit im 3. Quartal deutlich verbessern konnte, liegt die Commerzbank in puncto Pricing nun auf dem sechsten Platz (gegenüber Platz 3 im zweiten Quartal). Geringe Veränderungen gegenüber dem vorherigen Quartal gab es beim Kriterium Spread.

Im dritten Quartal lag Goldman Sachs in dieser Kategorie auf Platz eins, gefolgt von der UBS. Die Citigroup rutschte von Platz Eins um zwei Plätze nach hinten, ist damit aber noch immer unter den Top-3-Emittenten. Da der durchschnitt-liche Spread im 3. Quartal in allen Zertifikatekategorien gestiegen ist, sich die Reihenfolge im Ranking allerdings kaum geändert hat, haben sich die Emittenten bei der Risikoabsicherung via Spread offensichtlich recht konform zueinander verhalten.

Unangefochtener Marktführer beim Kriterium Produktvielfalt ist und bleibt die
Commerzbank. Gleich darauf folgt die UBS, die sich in diesem Punkt stark verbessern konnte und nun in allen drei von Scope bewerteten Kategorien unter den besten Drei liegt.
(ATN/Scope-Unternehmensinformationen, 21.10.2008)

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