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Die Themen der Zukunft

Tee-Patent soll Außer-Haus-Geschäft aufmischen

Weltweit werden in den heimischen vier Wänden laut einer Studie 66
Prozent Tee und 33 Prozent Kaffee getrunken, außer Haus hingegen sind es nur 2 Prozent Tee und 98 Prozent Kaffee.
Der Deutsche Kaffee-
Verband schätzt, dass rund 1500 Coffee-Shops in Deutschland Kaffee-
Spezialitäten anbieten, nur wenige haben aber schmackhaften und
hochwertigen Tee im Angebot. «Wenn fünf Leute in einen Coffee-Shop
gehen, ist in der Regel immer einer dabei, der gerne einen Tee
trinken würde», sagt der Geschäftsführer von Hälssen & Lyon, Dietmar
Scheffler. Allein in den USA werden mittlerweile 50 Prozent der
Getränke und Nahrung außer Haus konsumiert. In Deutschland ist dieser
Zweig die am schnellsten wachsende Gastronomie-Branche.

"Tee ist im Trend", sagt die Geschäftsführerin des Deutschen
Teeverbandes, Monika Beutgen. Mit dem neuen Verkaufskonzept könnte
sich dies auch im Außer-Haus-Geschäft in wachsenden Umsatzzahlen
ausdrücken. "Tea To Go" verspricht durch die große Teemenge
intensiven Kräuter-, Früchte- oder Schwarzteegenuss, zwölf
verschiedene Tees aus China, Indien oder Sri Lanka sind im Angebot.

Die durchsichtigen Beutel mit Papplasche hängen in 0,3 bis 0,4 Liter
großen Bechern. Nach der Ziehzeit des Tees wird an der Papplasche
gezogen, dabei bleibt der Beutel in einer Kammer im Deckel stecken -
und das lästige Entsorgen dem Teetrinker erspart. Der Tee wird durch
eine Öffnung im Deckel wie beim "Coffee To Go"-Becher getrunken.

Für Trends hatte die Firma bisher einen Riecher: In der Hamburger
Speicherstadt sind bei dem 1879 gegründeten Unternehmen wiederholt wegweisende Neuerungen erfunden worden;
an diese Tradition will die Geschäftsführung anknüpfen. 1935 wurde in dem vom Wasser umsäumten Backsteingebäude am Pickhuben 9 der entkoffeinierte Tee entwickelt, 1959 Instant-Tee auf den Weltmarkt gebracht, zehn Jahre später kam der granulierte und flüssige Zitronen-Eis-Tee hinzu. Da der "Hand-
Kaffee" zu einem Symbol der mobilen, jungen Gesellschaft geworden
ist, will die Teebranche vor allem 20- bis 30-Jährige für ihre Idee
gewinnen.

Nach Angaben des Deutschen Teeverbandes ist der Tee dabei, den
angestaubten Ruf - viele sehen ihn immer noch als "Oma-Getränk" -
endgültig abzulegen.
Im Zuge der Wellness-Welle gelte er bei
Verbrauchern als äußerst gesundheitsfördernd. Dass "Tea To Go" zum
erhofften weltweiten Siegeszug von Hamburg aus startet, ist für die
Fachfrau folgerichtig: "Hamburg ist die Tee-Metropole Europas", sagt
Beutgen. "60 bis 70 Prozent des europaweit gehandelten Tees werden
über Hamburg gehandelt."

In Deutschland werden pro Jahr etwa 25 Liter Tee pro Kopf
getrunken, beim Kaffee sind es fast sechsmal so viel.
Weltweit wurden
2006 rund 3,5 Millionen Tonnen Tee produziert, Marktführer ist China
mit einer Produktion von einer Million Tonnen. Nach Wasser ist Tee
heute von der Menge her das meistgetrunkene Getränk der Welt.
(ATN/dpa, 26.02.2008)

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