Die Themen der Zukunft
Einbruch in der europäischen Bauwirtschaft
Besonders extrem verläuft dabei die Entwicklung in Spanien und Irland. In diesen beiden Ländern wird sich das Wohnungsbauvolumen allein in den Jahren 2008 und 2009 halbieren. Die Zahl der fertig gestellten Wohnungen sackt dabei in Spanien von knapp 800 000 im Jahr 2007 auf nur noch rund 300 000 in diesem Jahr ein; in Irland dürften in diesem Jahr nur noch rund 25 000 Wohnungen neu errichtet werden - nach fast 80 000 vor zwei Jahren. Lichtblick bleibt der europäische Tiefbau, der seit 1997 pro Jahr um durchschnittlich 2 Prozent anstieg. Die Euroconstruct-Experten gehen sogar davon aus, dass sich im Durchschnitt aller 19 analysierten Länder das Tiefbauvolumen 2010 und 2011 um jeweils rund 3 1/2 Prozent erhöhen wird.
Nach stürmischen Wachstumsjahren 2003 bis 2007 folgt nun der schwerste Einbruch der letzten Jahrzehnte. "Eine Abschwächung der europäischen Baunachfrage im Jahr 2008 hätte durchaus ins Bild eines normalen Konjunkturzyklus' gepasst", erklärt Erich Gluch, Euroconstruct-Experte am Münchner ifo Institut, "und wäre daher nicht weiter verwunderlich gewesen." Die internationale Finanzkrise trage jedoch darüber hinaus ganz erheblich zu einer Verstärkung des kräftigen Abschwungs in der Baubranche bei. Eine wirklich positive Entwicklung ist in den nächsten Jahren nur in den vier in der Euroconstruct-Gruppe vertretenen osteuropäischen Ländern (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) zu erwarten. Dort dürfte die Bautätigkeit bis 2011 im Durchschnitt um ca. 8 1/2 Prozent pro Jahr zunehmen.
(ATN/Ifo-Unternehmensinformationen, 06.02.2009)