Die Themen der Zukunft
Telekom bespitzelte eigenen Finanzvorstand
uf der Liste der von der Konzernsicherheit verdächtigen Personen, so der Spiegel, hätten neben ehemaligen Managern wie Ex-Chef Ron Sommer und dessen Pressesprecher Jürgen Kindervater auch amtierende Top-Manager des Jahres 2006 gestanden. Neben Eick seien beispielsweise auch der Festnetz-Vorstand Walter Raizner oder Personal- Chef Heinz Klinkhammer verdächtigt worden. Wie der Spiegel weiter berichtet, habe die Konzernsicherheit später sogar ein umfangreiches "Konzept zur Ermittlung der Indiskretionen" erarbeitet, das dem Vorstand vorgelegt wurde. Es sah unter anderem das "Erstellen von Profilen" oder das "Erkennen von Beziehungsgeflechten" vor. Ziel: Die Telekom sollte "vom Getriebenen zum Treiber" werden, damit man "agieren statt reagieren" könne.
In diesem Zusammenhang, so der Spiegel weiter, sei auch die "Bild"-Zeitung ins Visier möglicher Spähattacken geraten. So sei der damalige Konzernchef Kai-Uwe Ricke noch kurz vor seiner Ablösung im November 2006 über den Stand der Ermittlungen zu Indiskretionen im Konzern unterrichtet worden. Dabei seien auch "Interna aus Redaktionssitzungen" der "Bild"-Zeitung erwähnt worden. Außerdem, heißt es im Spiegel, seien die Ermittler auf einen maschinengeschriebenen Vermerk gestoßen, aus dem sich erkennen ließe, "dass auch eine Quelle ("Maulwurf") aus der 'Bild'-Zeitung' dortige Interna" an die Telekom weitergegeben haben soll. Ob es den Schnüffler tatsächlich gab oder ob sich ein Sicherheitsmitarbeiter mit dem Bericht nur wichtig machen wollte, ist nach Angaben der Telekom bislang unklar.
(ATN, 16.02.2009)