Die Themen der Zukunft
Neue Hoffnung für die Aktienmärkte
Zwar entwickelt sich diese nach wie vor rückläufig, der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe verzeichnete jedoch bereits den dritten Anstieg in Folge. "Das positivere Geschäftsklima könnte als erster Wendepunkt in der Abwärtsbewegung gesehen werden und deutet an, dass sich die US-Wirtschaft - wenn auch auf Rezessionsniveau - stabilisiert. Auch auf dem amerikanischen Häusermarkt ließen sich erste positive Signale erkennen. Zwar zeigt der Case-Shiller-Index nach wie vor einen deutlichen Preisverfall an, dessen Abwärtstrend auch noch nicht gebrochen ist. Andererseits ermuntern die gesunkenen Preise die Amerikaner auch wieder zu Immobilienkäufen und die Zahl der vertraglich vereinbarten Hausverkäufe legte zu. "Auch diese Entwicklung deutet eine erste Bodenbildung an", sagt Preussner.
Die US-Arbeitsmarktzahlen fielen im März wie erwartet negativ aus und die Arbeitslosenquote stieg auf 8,5 Prozent. Aktienexperte Preussner betont jedoch, dass diese Daten stets nachgelagert seien und der Arbeitsmarkt erst später anziehen würde. So stiegen die amerikanischen Aktienkurse auch trotzdem weiter an. "Die Investoren scheinen in der Kombination aus vereinzelt positiven Frühindikatoren, Stützungsgeldern vom Internationalen Währungsfonds (IWF), weltweiten Konjunkturprogrammen und Bankenstabilisierungsplänen Wachstumspotenzial zu sehen", unterstreicht Preussner. Doch er warnt auch vor übertriebenem Optimismus: "Wir sehen einen Hoffnungsschimmer, und der Abschwung hat an Geschwindigkeit eingebüßt. Doch es ist sicherlich noch zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Immerhin ist wichtig, dass der freie Fall gebremst ist. Ein Ende der Rezession in den Vereinigten Staaten ist jedoch frühestens im Herbst zu erwarten." Die beginnende Berichtssaison für das erste Quartal 2009 werde sicherlich wieder zur Ernüchterung beitragen.
Greifen die Maßnahmen der Obama-Regierung?
Die deutsche Öffentlichkeit zeigte sich ungeachtet der wirtschaftlichen Lage vom ersten Besuch des neuen US-Präsidenten begeistert: Beim gemeinsamen Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Präsident Barack Obama wurden die beiden denn auch als "mächtige Freunde" und sogar "mächtiges Traumpaar" gefeiert und der "transatlantische Flirt" bejubelt. Bei allem Obama-Fieber werden die Schritte der neuen US-Regierung zur Stabilisierung des Finanzsystems und zur Ankurbelung der US-Wirtschaft jedoch weiterhin genau beobachtet. Dabei stellt der so genannte Geithner-Plan nach Meinung der Analysten den bislang überzeugendsten Ansatz der US-Regierung dar, die internationale Finanzmarktkrise zu überwinden. US-Finanzminister Timothy Geithner präsentierte Maßnahmen, um die Bilanzen der US-Banken und Finanzdienstleister von ihren im Zuge der Krise illiquide gewordenen Vermögenswerten ("Toxic Assets") zu befreien. So sollen weitere milliardenschwere Abschreibungen vermieden werden. Dies würde nicht nur die Krise entschärfen, sondern gleichzeitig den Banken Spielraum für die Vergabe neuer Kredite geben, was wiederum helfen würde, die laufende Rezession zu beenden. "Diese Maßnahmen haben die Liquidität an den US-Geld- und Aktienmärkten bereits wieder erhöht", so Preussner.
Deutsche Anleger sollten das Thema "US-Aktien" noch stärker in den Portfolios umsetzen
"Wann die US-Wirtschaft wieder wächst, lässt sich trotz der verschiedenen positiven Indikatoren nur schwer vorhersagen. Dass sich die Aktienmärkte in der Regel deutlich vor der Wirtschaft erholen, ist jedoch eine alte Börsenweisheit. Diese Erholungsphasen können sehr deutlich sein und recht plötzlich auftreten. Der US-Aktienmarkt kann deshalb Anlegern, die bereit sind, sich der kurzfristigen Volatilität auszusetzen, bei einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont attraktive Anlagechancen bieten", unterstreicht Christoph Bergweiler, Vertriebsleiter bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Denn bisher ließen sich nach jedem Abschwung wieder kräftige Renditen erzielen, sei es nach dem Platzen der Technologieblase um die Jahrtausendwende oder der großen Depression in den 1930er-Jahren. Und bislang ist der größte und wichtigste Aktienmarkt der Welt in den Portfolios deutscher Anleger dramatisch unterrepräsentiert.
(ATN/JPMorgan Asset Management-Unternehmensinformationen, 17.04.2009)