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Die Themen der Zukunft

Kommentar: Peanuts und Parteien-Sponsoring

In den Medien spielt aktuell das Thema "Sponsoring" eine große Rolle. Viele Kommentatoren echauffieren sich über das "Sponsoring" bei Parteien beziehungsweise von Regierenden. Durchaus zu Recht, es hat einen unappetitlichen Beigeschmack und riecht noch dazu nach Kleinkrämerei.

Auf der anderen Seite kann man ein solches "Sponsoring" als die bescheidene "Korruptionsmöglichkeit" des vergleichsweise kleinen Mannes ansehen. Insofern sprechen wir eigentlich über gelebte Demokratie. Gleiches Recht für alle. Große Gelder - und auf die kommt es eigentlich an - fließen in anderen Bereichen und auf anderen Wegen.

In Anbetracht des Einflusses und der enormen Geldressourcen der Lobbygruppen von Banken, Energieversorgern, Alternativenergieanbietern und Schiffbauern reden wir beim Parteien-Sponsoring über "Peanuts"-Beträge".

Viel schlimmer ist es, wenn sich Lobbyisten "um Richter kümmern". Prominentes Beispiel (siehe auch die Bücher von Jürgen Roth) ist ein BGH-Richter (Kammervorsitzender), der gern gegen Honorar auf Bankenseminaren und -veranstaltungen Vorträge hält und - ein Schelm wer Böses dabei denkt - immer erstaunlich bankenfreundliche Urteile fällt. Der lukrativen Gutachtertätigkeit von Richtern (für Banken) wurde vom Gesetzgeber aus gutem Grund bereits vor einiger Zeit ein Riegel vorgeschoben. Aber findige Leute finden eben immer wieder eine neue Lücke. Und auch Nachrichten über Ex-Bundeskanzler in Diensten russischer Großunternehmen oder Ex-Außenminister in Beratungsdiensten grosser Automobilhersteller hinterlassen einen faden Beigeschmack.
(ATN/Markus Ross-CEROS Vermögensverwaltung)

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