Nachdem Technologie- und Finanzwerte den US-Aktienmarkt vor dem Wochenende noch in positives Terrain führen konnten, haben sie im Vorfeld der heutigen Berichterstattung der beiden noch verbliebenen US-Investmentbanken am stärksten verloren. Es kann sich weiterhin keine Branchenrotation ausprägen, die eine anhaltende Erholung der Aktienmärkte andeutet.
Die AIG hat ein immobilienbesichertes Wertpapierportfolio von über 39 Mrd. USD an ein Tochterunternehmen der US-Notenbank verkauft, um Teile des Regierungskredits zurückzahlen zu können. Volkswagen hat in der Slowakei Steuererleichterungen beantragt, die im Zusammenhang mit einem Ausbau des Werks in Bratislava stehen.
Siemens zahlt 395 Mio. Euro in Deutschland im Zusammenhang mit dem
Korruptionsskandal und legt die Affäre damit bei. Mit den rund 600 Mio. Euro Strafe in den USA beträgt die Gesamtbelastung rund 1 Mrd. Euro, für die Siemens bereits im letzten Jahresabschluss bilanzielle Vorsorge getroffen hat. Ein Testamentsvollstrecker der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung hat in einem Interview die Mehrheitsbeteiligung der Stiftung nicht als Dogma bezeichnet und gibt Fresenius damit grünes Licht, mit über Kapitalerhöhungen finanzierten Akquisitionen weiter zu wachsen.
Die Deutsche Telekom hat der Bundesregierung angeboten, das Glasfasernetz mit Milliardeninvestitionen ohne Subventionen weiter flächendeckend auszubauen, wenn im Gegenzug die Regulierung zurückgefahren würde. Der Laserhersteller Rofin-Sinar hat eine Umsatzwarnung für das laufende Quartal abgegeben.
Belgien will Einspruch gegen das von über 2.000 Fortis-Aktionären erwirkte Urteil einlegen, wonach die Aktionäre über eine Aufspaltung des Unternehmens befinden müssten. Seit gestern berät das FOMC über die weiteren geldpolitischen Schritte. Wahrscheinlich wird die Notenbank die Zielrate für die Federal Funds um 50 Basispunkte auf 0,5% senken. Der effektive Satz liegt aber bereits seit Anfang Dezember unter 0,5%; insofern erhält die derzeitige Politik nur einen offiziellen Charakter.
Die Zinspolitik spielt also eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt stehen dagegen die Ausgestaltung der unkonventionellen Maßnahmen und die künftige Kommunikationspolitik. Auch ein etwaiger Kauf von Treasuries dürfte beraten
werden. Das Kommuniqué wird marktseitig sicherlich danach bewertet werden, ob es Hinweise für diese Maßnahme enthält. Die Fed dürfte sich aber nicht wie die Bank von Japan auf eine dauerhafte Niedrigzinspolitik festlegen, denn die niedrigen Zinsen im Zuge der letzten Rezession haben die jetzige Krise erst ermöglicht.
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Geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank: Experten erwarten eine Zinssenkung um 50 Basispunkte.
(ATN/Commerzbank Private Banking-Unternehmensinformationen, 16.12.2008)