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Die Themen der Zukunft

Rentenmarkt: Gegenbewegung bei Staatsanleihen

Die Bekanntgabe der Zinsentscheidung hat den US-Aktienmarkt nur kurzfristig belastet und zum Handelsschluss eher zu einer Beruhigung beigetragen. Diese wird auch an den europäischen Aktienmärkten heute mit einem freundlicheren Handelsstart verbunden sein. Dabei dürften nach der Entwicklung in den ver-gangenen Tagen die Finanzwerte vorne liegen. Die Zinsentscheidung der US-Notenbank wird den USD/EUR stabilisieren. Beim JPY steht nun eine Gegen-bewegung an.

Morgan Stanley hat nachbörslich (+9%) überraschend die Quartalszahlen um einen Tag vorgezogen und mit einem Gewinn von 1,32 USD die Erwartungen von 0,77 USD je Aktie deutlich übertroffen. Auch der Softwarehersteller Adobe (+3,6%) konnte nachbörslich besser als erwartetete Zahlen vorlegen.

Wie zuletzt bekannt wurde, gewährt die US-Regierung dem angeschlagenen Versicherer AIG einen Zweijahreskredit über 85 Mrd. USD und übernimmt die Kontrolle über das Unternehmen. Die Aktie war im regulären Handel zeitweise über 70% gefallen und schloss 21% tiefer. Barclays erwirbt von Lehman für 250 Mio. USD das nordamerikanische Investmentbanking und das Kapitalmarktgeschäft sowie für 1,5 Mrd. USD den Hauptsitz sowie zwei Datenzentren.

Münchener Rück-Chef Nikolaus von Bomhard hat bereits Interesse an Teilen des ehemals weltgrößten Versicherers angemeldet. Allianz-Chef Michael Diekmann hat die möglichen Ausfälle im Zusammenhang mit der Lehman-Pleite mit max. 400 Mio. Euro beziffert. Die Allianz hat gestern über 2,5 Mrd.
Euro an Marktkapitalisierung verloren.

UBS litt unter einer später revidierten negativen Studie der amerikanischen Bernstein Research. Die Schweizer gaben die möglichen Belastungen durch Lehman mit max. 300 Mio. USD an, die Marktkapitalisierung sank jedoch um über 10 Mrd. CHF (ca. 9 Mrd. USD).

SAP-Chef Henning Kagermann rechnet in Deutschland in 2008 mit einem zweistelligen Umsatzwachstum. Die US-Regierung rettete Bearn Stearns, Fanny Mae und Freddie Mac. Lehman Brothers ging hingegen leer aus. Gestern wurde über staatliche Beihilfen für American International Group (AIG) spekuliert.

Eine marktgetriebene Politik läuft auf eine Abwägung zwischen den kurzfristigen Vorteilen und den langfristigen Nachteilen eines staatlichen Eingriffs hinaus. Kurzfristig lassen sich die Märkte stabilisieren, langfristig sind die Schäden eines Eingriffs jedoch erheblich.

Wenn die Märkte sich auf "Bail-outs" nach dem Motto "too big to fail" verlassen können, dann werden auf diesem Wege diejenigen belohnt, die hohe Risiken eingehen. Damit ist bereits die nächste Krise vorprogrammiert. Darüber hinaus verhindern staatliche Eingriffe grundsätzlich eine vielleicht heilsame Markt-bereinigung. Die Entscheidung im Einzelfall richtet sich daher vor allem nach der Systemrelevanz.


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Sitzung vom 4. September (10:30 Uhr).

(ATN/Commerzbank Private Banking-Unternehmensinformationen, 17.09.2008)

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