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Die Themen der Zukunft

15 Millionen Dollar und eine Fahne

Herr Nowitziki, warum fasziniert einen erfolgreichen Sportler
überhaupt Olympia?

Nowitzki: Die Eröffnungsfeier, das olympische Feuer, einfach das gesamte Flair der Spiele ist es, was mich so begeistert. Das muss man einfach einmal in seiner Karriere miterlebt haben.

Vor zehn Jahren sind sie in die USA gegangen.
Welche Erinnerungen haben Sie an diesen Neuanfang?



Nowitzki mit Olympia-Frisur.

Am Anfang war alles neu für mich. Da habe ich mich gar nicht wohlgefühlt. Zum ersten Mal so weit weg von der Familie: Ich kannte da keinen, hatte quasi gar nichts. Es hat schon ein paar Jahre gedauert, bis ich mich in den USA eingelebt und heimisch gefühlt habe. Mittlerweile ist es aber mein zweites zu Hause. Ich fühle mich in den Staaten sehr, sehr wohl.

Dennoch kommen Sie jeden Sommer zurück nach Deutschland, verbringen viel Zeit bei Ihrer Familie in Würzburg.

Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich mich an
beiden Plätzen, in den USA und in Deutschland, sehr wohl fühle. Ich
komme sehr gerne wieder nach Deutschland zu meiner Familie und zu den
Jungs von der Nationalmannschaft. Aber wenn ich dann ein paar Monate
hier bin, freue ich mich auch wieder auf Dallas, mein eigenes Haus,
meine Leute dort und dann auch wieder auf die NBA.

Im Gegensatz zu anderen, wie zum Beispiel Detlef Schrempf (ehemaliger NBA-Spieler in Dallas, Seattle, Indiana und Portland) haben Sie sich nicht so amerikanisieren lassen, oder täuscht der Eindruck?


Probetraining mit der Fahne.

Nein, das stimmt. Detlef ist einfach viel, viel früher
rübergegangen als ich. Er war 16, war dann noch zwei Jahre an der
High School, dann vier Jahre am College und ist dann direkt in die
NBA gegangen. Auch seine Frau ist, glaube ich Amerikanerin. Er hat
sich dadurch doch ein bisschen weggelebt. Anders als bei mir, ich bin
einfach näher dran geblieben.

Die Gründung einer eigenen Familie ist auch ein großer Wunsch von
Ihnen. Auch das wird sicher eine Rolle spielen, wo Sie nach der
Karriere leben werden, oder?

Na klar, es wird sehr viel davon abhängen, wo meine
zukünftige Frau sich am wohlsten fühlt. Und wo es am einfachsten ist,
mit der Familie zu leben und Kinder groß zu ziehen. Das muss man
einfach mal abwarten, was sich in den nächsten Jahren so entwickelt.
Im Moment ist es dafür noch zu früh.

Jetzt erscheint das erste Buch über Sie, an dem Sie
selbst mitgewirkt haben? Wie war das und was dürfen die Leser davon
erwarten?

Das Buch war ne Menge Arbeit, schließlich mussten wir in
den Gesprächen 20/30 Jahre zurückgehen und ich mich an alles wieder erinnern. Zum Teil hatten meine Eltern und Geschwister auch andere Erinnerungen als ich. Ich denke, es ist sehr gelungen. Es gibt schon einige sehr gute und vertraute Einsichten in mein Leben. Aber es ist nicht so, dass die beiden Autoren mir in die Unterhose gekrabbelt sind.

Sie leben quasi in zwei Welten. Wie schwer ist es bei der Entfernung, Freundschaften aufrecht zu erhalten? Sie verstehen sich zum Beispiel sehr gut mit dem Handballer Christian Schwarzer. Wie kam es dazu?

Angefangen hat es eigentlich mit Stefan Kretzschmar. Mit
dem hatte ich vor fünf, sechs Jahren im Sommer einen gemeinsamen
Sponsorentermin in Berlin. Da haben wir uns auf Anhieb super
verstanden. Der Kontakt ist dann über E-Mails geblieben, das ist der
einfachste Weg. Irgendwann ist dann auch Christian Schwarzer dazu
gekommen. Im vergangenen Sommer war er dann das erste Mal in Dallas,
das war ne super Sache. Dass er dann bei der WM in Deutschland mit
meiner Rückennummer 41 so toll gespielt hat, war natürlich
fantastisch. Solche Leute trifft man einfach und es klappt.
(
ATN/dpa, 07.08.2008)
Fotos: Deutscher Basketball Bund

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