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Die Themen der Zukunft

300 Stunden Olympia bei ARD/ZDF

"Der Sport steht im Mittelpunkt. Aber wir sind gerüstet für jede
Menge politische Berichterstattung", sagte ARD-Programmdirektor
Günter Struve. Für den Olympia-Fan wird vom 8. bis 24. August die
Nacht zum Tag. Wegen der Zeitverschiebung von sechs Stunden beginnen
die Live-Übertragungen in der Regel um 02.00 Uhr nachts und enden
gegen 18.00 Uhr. "Trotz unserer Proteste finden die Finalkämpfe im
Schwimmen um 04.00 Uhr nachts statt. Das ärgert uns", berichtete der
ARD/ZDF-Olympia-Chef Walter Johannsen. Nicht nur beim Schwimmen
setzte sich der einflussreiche amerikanische TV-Sender NBC mit seinen
Vorstellungen durch.

Die besonderen Verhältnisse in China erschweren schon jetzt die
Berichterstattung aus dem Reich der Mitte. Viele kritische Sendungen
über den Tibet-Konflikt sind in China auf Unverständnis gestoßen.
"Unsere einheimischen Helfer werden von ihren Landsleuten als
Verräter bezeichnet", berichtete ZDF-Korrespondent Johannes Hano
aus Peking. Laut des ARD-Kollegen Jochen Graebert werden
Aufnahmeteams von "schwarzen Limousinen" der Staatssicherheit
verfolgt und kontrolliert. "Bis heute haben wir keine Genehmigung für
Übertragungen mit drahtloser Technik erhalten", sagte Johannsen.

Trotz dieser Probleme ist ein TV-Boykott für ARD/ZDF kein Thema.
"Solange wir können, haben wir die Verpflichtung, zu berichten.
Kritisch wird es, wenn wir keinen Zugang zu Quellen mehr haben und
wenn Bilder und Informationen manipuliert werden", erläuterte
ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. "Auf sportliche und politische
Ereignisse werden wir angemessen reagieren", fügte er hinzu. Nach
Angaben von ZDF-Programmchef Eberhard Figgemeier haben die Chinesen
während der Spiele keinen Einfluss auf das Weltbild. Es wird von
einer Tochtergesellschaft des Internationalen Olympischen Komitees
(IOC) produziert.

Beide öffentlich-rechtlichen TV-Sender setzen auf bekannte Namen.
Die ARD geht mit den Moderatoren Monica Lierhaus, Reinhold Beckmann
und Michael Antwerpes sowie mit dem Duo Harald Schmidt/Waldemar
Hartmann
auf Quotenfang. Der bei den Winterspielen 2006 in Turin
eingeführte Olympia-Talk "Waldi und Harry" wird als Aufzeichnung an
ARD-Tagen gegen 23.00 Uhr gesendet. Für das ZDF sind unter anderem
die Sportstudio-Moderatoren Katrin Müller-Hohenstein, Johannes B.
Kerner
und Michael Steinbrecher als Moderatoren tätig.

"Wir wissen nicht so richtig, was uns in Peking erwartet. Es
werden nachdenkliche Spiele", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz.
Die Mainzer übertragen die Schlussfeier, für die ARD kommentieren
Sandra Maischberger und Ralf Scholt die Eröffnungsfeier am 8. August.
"Das wird ein Höhepunkt in meiner Journalisten-Laufbahn", sagte
Maischberger.
(ATN/dpa, 21.05.2008)

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