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Die Themen der Zukunft

Ölpreise steigen über 142 US-Dollar

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte West
Texas Intermediate (WTI) zur August-Auslieferung kletterte nach einem
Allzeithoch am Vorabend weiter auf bis zu 142,26 Dollar. Am
Nachmittag sank der Preis wieder auf 139,94 Dollar. Das waren 0,30
Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein
Barrel der Nordseesorte Brent legte auf einen neuen Rekord von 142,13
Dollar zu. Zuletzt kostete ein Fass 139,80 Dollar, das waren 0,03
Dollar weniger als am Vortag.



An den US-Börsen hatte der Dow Jones am Donnerstagabend 3,03
Prozent verloren und auf einem neuen Jahrestief geschlossen. Auch am
Freitag eröffnete er mit leichten Abschlägen. Am stärksten brach am
Donnerstag in den USA der NASDAQ-Index ein, er verlor 3,33 Prozent
und gab zur Eröffnung am Freitag weiter nach.

Die Börse in Tokio schloss auf einem Zwei-Monats-Tief; der Nikkei gab um 277,96 Punkte oder 2,01 Prozent auf den Schlussstand von 13.544,36 Zählern nach.

Der Shanghai Composite Index in China brach um 5,29 Prozent ein und
rutschte auf 2748,43 Punkte ab. Im indischen Neu Delhi verlor der
Sensex 620 Punkte, ein Minus von 4,3 Prozent, und landete auf dem
tiefsten Stand seit 14 Monaten. Die Börse in Frankfurt verbuchte
leichte Verluste.

Händler führten die Preisschübe auf den wieder schwächeren Dollar
und Aussagen des Präsidenten der Organisation erdölexportierender
Länder (OPEC), Chakib Khelil, zurück. Khelil hatte für den Sommer Ölpreise von 150 bis 170 Dollar prognostiziert.

Drohungen Libyens, die Erdölproduktion möglicherweise zu reduzieren, hätten den Ölpreis zusätzlich angeheizt, schrieb Commerzbank-Rohstoffexperte
Eugen Weinberg in einer Studie. "Die jüngsten Entwicklungen zeigen,
dass der Markt sehr angespannt ist und nicht zuletzt angesichts der
Nähe zu der magischen Marke von 150 Dollar je Barrel Anlässe sucht,
weiter nach oben zu marschieren", schrieb er. Ein noch düsteres Bild
zeichnete der Chef des russischen Energiegiganten Gazprom, Alexej
Miller, in der "Financial Times". Er sagte Ölpreise von 250 Dollar
pro Barrel für das kommende Jahr voraus.

Die deutsche Wirtschaft leidet nach Meinung des IW-Experten
Michael Grömling unter den hohen Energiepreisen, ist aber nach wie
vor gut aufstellt. "Das hat der Konsumkonjunktur einen Tritt ins Knie
verpasst", sagte der Konjunkturfachmann vom Institut der deutschen
Wirtschaft Köln (IW) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-
Agentur dpa. Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die
Exportstärke könnten die Effekte aber noch abfedern.

"Dreh- und Angelpunkt ist, dass die Weltwirtschaft nicht unter die
Räder kommt", sagte Grömling. "Wenn das Auslandsstandbein ins Wanken
kommt, ist möglicherweise auch gesamtwirtschaftliches Ungemach nicht
auszuschließen." Von einer Entspannung an den Rohstoffmärkten in
absehbarer Zeit geht Grömling nicht aus. Eine wachsende
Weltbevölkerung und eine steigende Wohlstandsorientierung erhöhten
weiter die Nachfrage. Da das Angebot kurzfristig nicht erhöht werden
könne, werde das Angebot auch künftig der Nachfrage hinterherlaufen.
(ATN/dpa, 27.06.2008)

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