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Die Themen der Zukunft

Steve Ballmer will nur noch die Rosinen

Es spricht aber einiges dafür, dass Ballmer aus dem umfangreichen
Portfolio von Yahoo! es zunächst auf die Vermarktung der Suchmaschine
von Yahoo! abgesehen hat. Das "Wall Street Journal" und die "New York
Times" berichten übereinstimmend, Microsoft plane, künftig
die Werbeeinblendungen rund um die Suchergebnisse bei Yahoo! zu
vermarkten. Yahoo!-Chef Jerry Yang hatte in seinem Abwehrkampf gegen
Microsoft darauf gesetzt, in diesem Bereich mit Google zu
kooperieren. Ballmer wiederum möchte eine weitere Stärkung seines
Erzrivalen Google durch diesen Schritt auf jeden Fall verhindern.

Mit seiner neuen "Rosinenpicker"-Strategie, nämlich nur die
wirklich attraktiven Teile von Yahoo! zu übernehmen, kommt Ballmer
aber auch kritischen Stimmen entgegen, die sich innerhalb von
Microsoft zu Wort gemeldet hatten. Fast 50 Milliarden Dollar für das
Bündel der verschiedenen Online-Aktivitäten von Yahoo!, das in weiten
Teilen nicht kompatibel zu den eigenen Anstrengungen im Web ist,
erschien dann doch auch etlichen Microsoft-Managern aus der zweiten
und dritten Ebene als zu teuer.

Für Jerry Yang und seine Mitstreiter an der Spitze von Yahoo! wird
die Lage mit der neuerlichen Microsoft-Offerte nicht einfacher. Dem
Yahoo!-Mitbegründer Yang sitzt der Großinvestor Carl Icahn im Nacken,
der einen kompletten Verkauf von Yahoo! an Microsoft befürwortet
hatte. Icahn versucht derzeit, sich mit anderen enttäuschten Yahoo!-
Aktionären und dem Hedge-Fonds-Manager John Paulson zu verbünden, um
Yang von der Unternehmensspitze vertreiben.

Yang muss nun ausloten, welcher Partner für sein Unternehmen ­
Google oder Microsoft - die beste kommerzielle Perspektive bieten
wird. Zum Schicksalstag des Yahoo!-CEOs dürfte der 3. Juli werden,
wenn auf einer Aktionärsversammlung von Yahoo! die Direktoren des
Bords neu gewählt werden. Sollte es Icahn gelingen, das
Führungsgremium auszutauschen, wären auch Yangs Tage als CEO von
Yahoo! gezählt.

Unklar ist noch, wie die kritischen Yahoo!-Aktionäre nun die Pläne
für eine "Übernahme light" durch Microsoft bewerten werden. Sie
müssen davon ausgehen, dass das Online-Unternehmen zumindest
kurzfristig nicht mehr einen Wert von knapp 50 Milliarden Dollar (31
Mrd. Euro) haben wird, die Steve Ballmer noch Anfang Mai für eine
Komplett-Übernahme zahlen wollte.
(ATN/Christoph Dernbach-dpa, 20.05.2008)

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