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Die Themen der Zukunft

Übernahme endgültig geplatzt - Bündnis mit Google

Es wird erwartet, dass Microsoft kartellrechtlich gegen diese
Kooperation vorgehen wird, da Google und Yahoo! gemeinsam eine
marktbeherrschende Stellung einnähmen. Die beiden Partner planten von
sich aus für das US-Justizministerium eine Überprüfungsfrist von
dreieinhalb Monaten vor dem Inkrafttreten der Vereinbarung ein. Das
Abkommen ist zunächst auf vier Jahre angelegt und kann zweimal um je
drei Jahre verlängert werden. Die Kooperation mit Google wurde
unmittelbar nach Bekanntgabe des endgültigen Scheiterns der Gespräche
mit Microsoft angekündigt.

Die Yahoo!-Aktien brachen bereits am Donnerstag um rund zehn
Prozent auf 23,59 Dollar ein. Microsoft hatte bis zu 33 Dollar je
Aktie geboten, Yahoo! wollte nach Angaben des Windows-Herstellers
mindestens 37 Dollar. Bis zuletzt hatte Großinvestor Carl Icahn
vergeblich die Yahoo!-Führung unter Druck gesetzt, einer Übernahme
durch Microsoft zuzustimmen. Dem "Wall Street Journal" zufolge machte
Microsoft zuletzt den Vorschlag, 16 Prozent an Yahoo! für 35 Dollar
je Aktie - also insgesamt etwa 7,73 Milliarden Dollar - zu erwerben.

Das Abkommen mit Google werde die Konkurrenz und die Dynamik in
der Entwicklung von Onlinewerbung beleben, argumentierte Yahoo! in
der Mitteilung. Einen Teil der erwarteten Einnahmen wolle Yahoo! auch
in die Entwicklung neuer Werbeformen und Suchtechnologien stecken.

Zu den Gesprächen mit Microsoft teilte Yahoo! mit, nach etlichen
Treffen beider Seiten habe sich ergeben, dass der Software-Riese kein
weiteres Interesse an einer Gesamtübernahme habe. Einen Verkauf nur
des Suchmaschinen-Geschäfts habe der Yahoo!-Verwaltungsrat abgelehnt,
weil dieser Bereich für die Zukunft des Unternehmens von
entscheidender Bedeutung sei. Ein Verkauf sei daher nicht im Sinne
der Aktionäre. Selbst Icahn, der seit Wochen die Ablösung der Yahoo!-
Spitze um Firmenmitbegründer Jerry Yang anstrebt, hatte sich in
dieser Woche eindeutig gegen einen Teil-Verkauf ausgesprochen.

Erst am Montag hatte Yahoo! seine Aktionäre in einem Schreiben
zur Hauptversammlung um Unterstützung gebeten. In dem Brief rief das
Unternehmen die Anteilseigner dazu auf, den bisherigen Aufsichtsrat
wiederzuwählen und damit die von dem als «Firmenjäger» bekannten
Icahn aufgestellten Kandidaten abzulehnen. Die Wahl des Aufsichtsrats
bei der Hauptversammlung am 1. August sei die entscheidendste für die
Aktionäre in der Geschichte des Unternehmens.

Das Vorgehen Icahns wird allerdings auch von vielen Analysten
unterstützt, die Jerry Yang nicht zutrauen, das Unternehmen aus der
Krise zu führen. Es sei unwahrscheinlich, dass das derzeitige
Management in der Lage wäre, den Wert des Unternehmen auf absehbare
Zeit über mehr als 33 Dollar pro Aktie zu bringen, sagte Mark May,
Analyst bei Needham & Co. in New York.
(ATN/dpa, 13.06.2008)

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