Die Themen der Zukunft
Hilmar Kopper: Ich habe die Jahrhundertkrise nicht kommen sehen
Als pensionierter "Zuschauer" der Krise komme Kopper sich vor "wie Goethe bei der Kanonade von Valmy". Er wehrt sich dagegen, dass "Tausende braver Manager verunglimpft werden": "In den Banken verdienen nur ein paar Leute richtig viel. Ich bin ein Anhänger leistungsbezogener Entlohnung. Die lässt sich im Geldwesen leichter verwirklichen als anderswo. Und was die Gerechtigkeit angeht, die bleibt für den Himmel." Nach dem Begriff "Kapitalismus" gefragt, sagt er: "Den Kapitalismus mag ich nicht. Ich sage lieber Marktwirtschaft." Die Unterscheidung zwischen "freier" und "sozialer" Marktwirtschaft halte er für "Haarspalterei": "Den Gegensatz gibt es nicht." Seine frühere Äußerung, die "deutsche Armutsgrenze" verlaufe "zwischen Mallorca und den Seychellen", bezeichnet er zwar selbst als "frech", zurücknehmen will er sie aber nicht: "Es wird bei hohem Urlaubsniveau gejammert. Das ist mir einfach zuwider."
(ATN, 11.03.2009)