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Die Themen der Zukunft

Das Spiel der Spiele

Spanien: Von Casillas bis Torres

Tor

Iker Casillas (Real Madrid/27 Jahre/81 Länderspiele): Unumstritten
die Nummer eins zwischen den Pfosten und Kapitän des Teams. Auf der
Linie stark, souverän im Eins-gegen-Eins. Bisweilen Schwächen in der
Strafraumbeherrschung.

Abwehr

Sergio Ramos (Real Madrid/22/38): Der rechte Außenverteidiger
schaltet sich häufig in die Offensive ein. Robust, zweikampf- und
kopfballstark. Ramos ist trotz seines jungen Alters abgeklärt.

Carles Puyol (FC Barcelona/30/65): Der Abwehrchef profitiert von
seinen zahlreichen internationalen Einsätzen mit Barcelona. Ein
knallharter Typ und kopfballstark. Setzt allerdings keine Akzente
nach vorn.



Carlos Marchena (FC Valencia/28/46): Der ruhige, unauffällig aber
stets souverän agierende Marchena ist ein klassischer
Innenverteidiger. Beherrschte bei der EM bislang jeden Gegner. «Herr
der Lüfte».

Joan Capdevila (FC Villarreal/30/22): Das ideale Pendant zu Ramos
auf der linken Außenbahn. Sorgt mit seinen häufigen Vorstößen für
viel Verwirrung beim Widersacher. Kaum Schwächen in der
Defensivarbeit.

Mittelfeld

Andres Iniesta (FC Barcelona/24/28): Obwohl meist auf der
ungeliebten rechten Position eingesetzt, belebt der dynamische,
technisch versierte Mittelfeldmann das Spiel. Entlastet Regisseur
Xavi.

Marcos Senna (FC Villarreal/31/15): Der wahrscheinlich beste
"Sechser" im Turnier. Der gebürtige Brasilianer agiert mit Übersicht
und setzt auch offensiv Akzente. Ideales Scharnier zwischen Abwehr
und Angriff.

Xavi (FC Barcelona/28/62): Das Herzstück des Nationalteams. Der
quirlige Katalane bestimmt Rhythmus, Tempo und Strategie. Obwohl kein
Torjäger, erwies er sich im Halbfinale auch als treffsicher.

David Silva (FC Valencia/22/18): Der schnelle, wendige
Flügelflitzer sorgt für permanente Unruhe und wechselt ständig die
Seiten. Entlastet mit seinen Vorstößen seine
Sturmkollegen.

Angriff

Cesc Fabregas (FC Arsenal/21/31): Für Nationaltrainer Luis
Aragonés bei der EURO nur zweite Wahl hinter Xavi. Der Jungspund
überzeugte aber bei seinen bisherigen Einsätzen und soll im Finale
Villa vertreten.

Fernando Torres (FC Liverpool/24/53): Weicht viel auf die Flügel
aus und reißt damit Lücken. Ein lauf- und kopfballstarker
Mittelstürmer. Trotz aller Qualitäten bislang nicht richtig auf
Touren gekommen.

 

Deutschland: Von Lehmann bis Klose


Tor



Jens Lehmann (FC Arsenal/38 Jahre/60 Länderspiele): Womöglich das
letzte Spiel für den 38-Jährigen im DFB-Trikot. In seiner letzten
Saison beim FC Arsenal büßte der ehemalige Schalker und Dortmunder
seine Position als Stammkeeper ein. Dennoch hielt Bundestrainer Löw
an Lehmann, der drei Kinder hat, als Nummer 1 fest. Zu Turnierbeginn
wackelte Lehmann, mit der Spielpraxis aber kam viel Sicherheit
zurück. Hängt auf jeden Fall noch ein Jahr beim VfB Stuttgart dran.

Abwehr

Arne Friedrich (Hertha BSC/29/60): Der Abwehrspieler spielt seit
sechs Jahren in der Nationalmannschaft - zum EM-Start sah er sich
plötzlich nur als Reservist. Doch im Training ackerte der Berliner so
viel wie nie, zum 1:0-Sieg gegen Österreich holte ihn Löw in die
Viererkette zurück. Mit Koch Ralf Zacherl hat er das Kochbuch
"Foodball" geschrieben, Kochen wie die Weltmeister. Jetzt will er die
Spanier abkochen und dann in seiner Heimatstadt feiern.



Per Mertesacker (Werder Bremen/23/48): Der Stabilisator der WM-Abwehr
2006 - dieses Mal wackelt die «Latte» mehr, als dem Bundestrainer und
den Fans lieb ist. Nach 2006 war Mertesacker für fast fünf Millionen
Euro von Hannover 96 zu Werder Bremen gewechselt - während der EM
2008 verlängerte er dort seinen Kontrakt bis 2012. Vor knapp zwei
Jahren rief er die "Per-Mertesacker-Stiftung" ins Leben, mit der er
im Breitensport und in Not geratenen Menschen helfen möchte.

Christoph Metzelder (Real Madrid/27/46): Das Sorgenkind von Löw. Am
13. Februar an der Fußsohle operiert, «danach habe ich drei, vier
Monate um die EM gekämpft», sagte der Wahl-Spanier. Verletzungen
hatten zuvor schon seine Karriere geprägt, allein zweimal musste er
an der Achillessehne operiert werden. Er verpasste dadurch die EM
2004 und feierte erst im Oktober 2005 nach 32 Monaten ein Comeback im
Nationalteam. Im Finale muss er seinen Aufwärtstrend bestätigen.

Philipp Lahm (Bayern München/24/46): Vor zwei Jahren eröffnete er das
deutsche WM-Sommermärchen mit einem fulminanten Treffer zum 1:0 beim
4:2-Auftaktsieg gegen Costa Rica - jetzt stieß er mit seinem
herrlichen 3:2 gegen die Türkei das Tor zum Finale auf. Der 1,70-m-
Zwerg, der Michael "Air" Jordan bewundert, wurde im Kroatien-Spiel
wieder von der rechten auf die linke Abwehrseite versetzt - dort ist
er auch besser. Inzwischen auch beim FC Bayern Führungskraft.

Mittelfeld

Torsten Frings
(Werder Bremen/31/76): Ganz Deutschland zitterte um
die "Rippe der Nation". Doch rechtzeitig vor dem Finale meldete sich
der "Euro-Fighter" wieder fit. Im Halbfinale gegen die Türkei hatte
er schon 45 Minuten erfolgreich geprobt. Sein bitterster Moment war
die Sperre im WM-Halbfinale 2006. Nach einem TV-Verweis wurde er
wegen einer Tätlichkeit an dem Argentinier Julio Cruz gesperrt. Gegen
Spaniens Asse ist der Routinier als Zweikämpfer besonders gefordert.

Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart/26/37): Der Mittelfeldspieler gilt
als sehr fleißiger Profi und hat einen der härtesten Schüsse. "The
Hammer" musste bei der EM lange auf seine echte Chance warten, die im
Viertelfinale gegen Portugal (3:2) kam. Die bisherigen 209 Turnier-
Minuten will er nun in Wien krönen. In der Jugend spielte
Hitzlsperger bei Bayern München, ehe er nach England ging und bei
Aston Villa durch die harte Schule eines Fußball-Azubis ging.

Bastian Schweinsteiger (Bayern München/23/55): "Schweini" debütierte
als 19-Jähriger unmittelbar vor der Europameisterschaft 2004, hatte
schon vor dem Turnier 2008 die Marke von 50 Länderspielen erreicht.
Doch vor der ersten Partie gegen Polen (2:0) war er plötzlich raus
aus der Startelf. Es folgten Rot gegen Kroatien und die Sperre gegen
Österreich. Doch Schweinsteiger kam mit Macht zurück, traf zum 1:0
gegen Portugal und auch zum 1:1 gegen die Türkei. Ein Gewinnertyp.

Michael Ballack (FC Chelsea/31/86): Der Kapitän kam mit den Tränen
aus dem verlorenen Champions-League-Finale zur EM - mit Freudentränen
will er sie am Sonntag verlassen. Für den 31-Jährigen ist es die
dritte EM, die Turniere 2000 und 2004 endeten jeweils blamabel mit
dem Aus in der Vorrunde. Gegen die Spanier will der gebürtige
Görlitzer endlich seinen Makel als "ewiger Zweiter" in großen
Endspielen ablegen. Das DFB-Trikot trägt er seit über neun Jahren.

Sturm

Lukas Podolski (Bayern München/23/53): Der bisherige Gewinner des
Turniers. Der gelernte Stürmer eroberte sich mit toller Form die
Position im linken Mittelfeld. Mit drei Toren bester deutscher
Torschütze. Kein deutscher Nationalspieler hat in so jungen Jahren so
häufig getroffen wie der Mann mit der linken "Klebe": 28 Tore
in 53 Länderspielen stehen für den 23 Jahre alten Jung-Vater zu
Buche. Beim FC Bayern ist er nach zwei Jahren unglücklich.

Miroslav Klose (Bayern München/30/80): Der WM-Torschützenkönig ist
unter den aktiven Nationalspielern mit 41 Treffern in 80
Länderspielen die Nummer 1. In der "ewigen" DFB-Torschützenliste
rangiert er auf Platz sieben, zwei Tore fehlen noch zu Uwe Seeler.
Nach der unglücklichen Halbserie in München brauchte der gebürtige
Pole eine längere EM-Anlaufzeit, ehe er zweimal traf. Als einzige
Spitze wird er auch gegen die Spanier weite Wege gehen müssen.
(ATN/dpa, 27.06.2008)


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