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Die Themen der Zukunft

Amerikaner mögen auch eine Nummer kleiner

"Für Europäer sind die USA zwar noch ein Tankparadies, in dem der
Sprit nur halb so viel kostet. Doch den Amerikanern tun drei Dollar
für die Gallone richtig weh",
erläutert Margetts. Sie interessierten
sich daher plötzlich für Autos in Formaten, für die man sich jenseits
des Atlantiks bis vor kurzem noch schämen musste. Diese Entwicklung
kommt vor allem den Importeuren entgegen. Denn die Parade der kleinen
Allradler wird von den Europäern angeführt.

So hat Mercedes auf der Messe die seriennahe Studie "Vision GLK"
enthüllt, die auf Basis der C-Klasse im Sommer an den Start geht.
Sie
orientiert sich im Design an G-Klasse und GL, ist aber mit einer
Länge von 4,52 Metern eine Klasse kleiner. Zwar stehe das G im Kürzel
für herausragende Geländeeigenschaften, sagt Vorstand Dieter Zetsche.
Doch sehen die Schwaben den GLK eher in der Stadt als in der Sahara.

Große Hoffnungen für einen kleinen Geländegänger hegt auch Land
Rover.
Die britische Allradmarke präsentiert die Studie LRX, die nach
Angaben von Marketing-Chef Colin Green jüngere Zielgruppen
erschließen und das Unternehmen zu einem günstigeren Flottenverbrauch
bringen soll. Deshalb ist die in den USA als Dreitürer und für den
Genfer Salon im März als Fünftürer angekündigte Studie 15 Zentimeter
kürzer und 20 Zentimeter niedriger als etwa der aktuelle Freelander.

Der LRX bekommt auch einen sparsamen Antrieb: Unter der Haube
steckt ein zwei Liter großer Common-Rail-Motor, der für den Einsatz
von Biodiesel ausgelegt ist und erstmals bei Land Rover nur die
Vorderachse antreibt.
Zum Allradler wird die Studie durch einen
Elektroantrieb an der Hinterachse. Diese Kombination habe das
Potenzial, den CO2-Ausstoß des Geländewagens unter 120 Gramm pro
Kilometer zu drücken, sagte Land-Rover-Chef Phil Popham in Detroit.

Ebenfalls einen "grünen Anstrich" trägt der Saab 9-4X Biopower,
dessen Motor auf den Einsatz von Bio-Ethanol abgestimmt ist.
Der
erste selbst entwickelte Saab-Geländewagen ist zwar offiziell noch
eine Studie. Er soll aber bereits 2009 auf den Markt kommen. Viel
ändern wird sich am Fahrzeug nicht mehr: Zwar werden der Skiständer
im Kofferraum und das Heizfach für die Winterstiefel gestrichen, doch
die Form ist bereits weitgehend serienreif.

Auch die Technik ist bekannt: Der Allradantrieb mit variabler
Kraftverteilung zwischen den einzelnen Hinterrädern kommt laut
Saab-Sprecher Patrick Munsch vom Saab 9-3, und Bio-Power-Antriebe
gibt es bereits in allen anderen Modellen.
Allerdings ist der
Vierzylinder der Studie mit 221 kW/300 PS deutlich stärker als in den
Serienautos.

Neben diesen kompakten Messepremieren stehen eine Reihe weiterer
kompakter Allradler aus Europa in Detroit am Start. So hat Volvo für
den Genfer Salon die Weltpremiere des XC60 angekündigt, und Audi-Chef Rupert Stadler verspricht für dieses Jahr einen kleinen Ableger des Q7.

Auch bei den Amerikanern beginnt ein Umdenken: Mögen die großen
Pick-ups wie der Ford F-150 und der Dodge Ram zwar noch im
Mittelpunkt stehen - daneben zeigen die US-Hersteller zumindest mit
ihren Studien, wie Geländewagen kleiner und sparsamer werden können.
Nicht umsonst steht auf dem Ford-Stand ein futuristischer Explorer
mit ungewöhnlich kompaktem Format, dessen aufgeladener
Benzindirekteinspritzer 30 Prozent weniger verbrauchen soll als ein
aktueller V6-Motor.

Bei Jeep dreht sich alles um den zweisitzigen Renegade, der nach
Angaben von Entwicklungschef Frank Klegon ein wenig wie die kleine
Version des Wrangler daherkommt
und von einem neuartigen
Elektroantrieb mit zusätzlichem Diesel-Generator in Fahrt gebracht
wird. Und bei General Motors wird sogar der Hummer fast zum Öko-Auto,
weil die 4,34 Meter lange Studie HX nicht nur kürzer und flacher ist
als alle anderen Modelle der Marke, sondern auch von einem
Benzindirekteinspritzer mit Ethanol-Umrüstung angetrieben wird.

Solche Entwicklungen seien bitter nötig und haben auch in Europa
gute Chancen,
sagt Marktforscher Henner Lehne vom
Prognosespezialisten CSM in Frankfurt/Main: "Denn Sport Utility
Vehicles werden auch weiterhin im Trend liegen. Aber ein neues
Segment mit kleineren Fahrzeugen wird sich entwickeln."
(ATN/dpa, 18.01.2008)

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