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Die Themen der Zukunft

Anlage-Kommentar: Griechen verstimmen die Märkte

Um dem Finanzsystem zu helfen und die brachliegende Konjunktur anzukurbeln, wurden weltweit kräftig Schulden gemacht. Länder, die auch vorher schon auf"großem Fuß" gelebt haben, bringt das langsam in spürbare Finanzierungsprobleme. Aber auch Länder mit vermeintlichsolideren Staatshaushalten, wie den USA, müssen künftig deutliche Anstrengungen unternehmen, um das Verhältnis von Schulden zu Wirtschaftsleistung im Griff zu behalten.

Der von US Präsident Obama geplante Haushalt für das Jahr 2010 weist ein Haushaltsdefizit von fast 10 % aus und die Schulden werden 100% des Bruttoinlandsproduktes überschreiten. Zur Erinnerung, die Maastricht-Kriterien für die Eurozone liegen bei einem Haushaltsdefizit von 3% und bei einer Verschuldungquote von 60%. Doch auch in der Eurozone wird kaum ein Land 2010 diese Kriterien einhalten können.

Enorme Anstrengungen werden also in den kommenden Jahren notwendig sein, um den Schuldenstand auf ein langfristig finanzierbares Niveau zurückzuführen. Um die Dringlichkeit der Haushaltskonsolidierung zu unterstreichen, wurde
Griechenland durch die EU mit deutlicher Härte an die kurze Leine genommen. Monatlich müssen die Griechen jetzt der EUKommission Rede und Antwort stehen. Versprechungen und Worte werden künftig nicht mehr ausreichen, denn getreu dem griechischen Sprichwort "Taten sind Früchte, Worte sind nur Blätter" erwartet man jetzt die Umsetzung des Konsolidierungskurses.

Die Indikatoren zur amerikanischen Konjunktur konnten sich zuletzt verbessern. Sowohl die Stimmungslage als auch die Auftragseingänge konnten positive Signale senden. Belastend wirkt jedoch weiterhin der am Boden liegende US-Immobilienmarkt. Jedes Fünkchen Hoffnung auf eine Besserung erwies sich bisher als Strohfeuer.

Zuletzt warnte sogar die US-Notenbank öffentlich vor einer erneuten Wohnungsbaurezession. Wie von uns bereits antizipiert, erwarten jetzt auch viele Marktteilnehmer Zinserhöhungen erst im Jahr 2011. In Europa ist ein ähnliches Konjunkturbild zu beobachten und somit sind Zinserhöhungen vorerst kein Thema.

Den Rentenmärkten fehlt es derzeit weiter an Eigendynamik. Steigt die Risikoaversion deutlich an, können sie kurzfristig zulegen. Ein nachhaltiger Kurstrend ist aber schwer auszumachen. Die Risikoaufschläge, die Investoren für Anleihen von finanzschwächeren Euroländern verlangen, erhöhten sich zuletzt. Neben Griechenland standen auch Länder wie Portugal, Irland, Italien und Spanien zunehmend im Fokus. Aktuell schwindet der Vertrauensbonus, der durch den Beitritt zum Euroraum für diese Länder entstanden ist.

Der Euro litt weiterhin unter den Diskussionen zur Haushaltslage einiger Euroländer. Seit Dezember hat der Euro dadurch ca. 9% an Wert gegenüber dem US-Dollar eingebüßt. Da es zur Lösung der Finanzierungsprobleme keine kurzfristige Alternative gibt, wird auch in nächster Zeit der Euro unter Druck bleiben.

Die Aktienmärkte befinden sich weiter auf Konsolidierungskurs. Nach dem Bruch des mittelfristigen Aufwärtstrends konnte sowohl in Europa, als auch in Amerika keine neue Stärke gewonnen werden. Die Berichtssaison zum vierten Quartal 2009 ist positiv gestartet und die Mehrzahl der Unternehmen konnte bisher gute Zahlen melden. Jedoch ist ein Großteil davon bereits durch die Aktieninvestoren antizipiert worden.

Neue Impulse bleiben von dieser Seite also bisher aus und das eingetrübte Stimmungsumfeld sorgt für weitere Kursrückgänge. In den kommenden Wochen rechnen wir mit einer Fortsetzung dieser Bewegung. Betrachtet man die derzeitigen Kursentwicklungen einmal im Detail, so kann ein Favoritenwechsel festgestellt werden. Während in der Aufwärtsphase des letzten Jahres vor allem zyklische Werte, Titel mit niedrigen Dividenden und geringer Gewinnqualität deutlich zulegen konnten, verschiebt sich der Fokus nun zunehmend in Richtung von Unternehmen mit attraktiven Dividendenrenditen und stabilen, guten Gewinnen. Wir sind der Meinung, dass dieser Trend keine kurzfristige Modeerscheinung sein sollte, sondern im Gesamtjahr 2010 anhalten wird.

Gold setzte seinen Konsolidierungskurs fort. Interessanterweise korrigiert Gold derzeit im Gleichlauf mit den Aktienmärkten, ähnlich wie es 2009 mit den Aktienkursen gestiegen ist. Eine logische Erklärung ist unserer Meinung nach, dass im letzten Jahr auch viel spekulatives Geld in das Edelmetall geflossen ist, das jetzt bei steigender Risikoaversion teilweise wieder entzogen wird. Die langfristigen Argumente für Gold, auch mit Hinblick auf die hohen weltweiten Schuldenstände der Staaten, sind jedoch weiter intakt.
(ATN/Weberbank-Unternehmensinformationen-Daniel Schär)

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