Die Themen der Zukunft
Expansive Geldpolitik
Die Wirksamkeit der Maßnahmen lässt sich unter anderem an einer volkswirtschaftlichen Kennzahl ableiten, dem Geldschöpfungsmultiplikator. Dieser gibt an, wie das Geld der Notenbank durch Kreditschöpfung
bei den Geschäftbanken vermehrt wird. Laut Statistik der Distriktnotenbank St.Louis ist dieser Faktor im Fall der US-Geldmenge M1 für Dezember erstmals unter 1 gefallen.
Das bedeutet, dass mit jedem von der Zentralbank geschaffenen US-Dollar die von den Banken geschaffene Geldmenge um weniger als 1 steigt. Zurückzuführen ist dies auf eine restriktive Kreditvergabe der Geschäftsbanken, um die eigenen Bilanzen zu stärken. Die expansive Geldpolitik ist somit deutlich in ihrer Wirkung eingeschränkt. Die Fed umgeht aktuell dieses Problem durch den Ankauf von Wertpapieren auf dem Finanzmarkt und schöpft auf diese Weise Geld außerhalb der gängigen Variante.
Diese Politik wird "quantitative Lockerung" genannt. Finanziert wird diese Art der Geldmengenausweitung der Fed, wenn nötig durch die "Notenpresse". Die Inflationsgefahren werden bewusst in Kauf genommen und somit stellt dieser Schritt eine konträre Handlungsweise zu der Politik während der Great Depression dar. Fed Chef Bernanke zeigt, dass er die Erfahrungen von damals für seine Politik nutzt.
(ATN/Commerzbank-Unternehmensinformationen, 16.01.2009)