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Die Themen der Zukunft

Energiemanagement per DSL-Leitung

Drei Viertel der Stromanbieter wollen die digitalen Zähler insbesondere für die Energieberatung von Gewerbekunden nutzen. Geschulte Vertriebsmitarbeiter sollen vor Ort mögliche Stromfresser aufspüren und zusammen mit dem Kunden ein individuelles Verbrauchsprofil erstellen. Anhand des Profils und der vorhandenen Geräte bietet der Berater dann spezielle Tarife an. Dies sind die Ergebnisse der Studie "Branchenkompass 2008 Energieversorger" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Die digitalen Stromableser sind Teil einer groß angelegten
Serviceoffensive der Energieanbieter. Auch Privatkunden sollen
verstärkt dabei unterstützt werden, ihren Energieverbrauch zu senken
oder effizienter zu steuern. Mit dem Plus an Beratung reagieren die
Stromlieferanten auf das gestiegene Preisbewusstsein ihrer Kunden.
2007 hatten rund eine Million Endverbraucher ihren Anbieter
gewechselt.
Zwei von fünf Versorgern werden deshalb in den kommenden
zwei Jahren ihre Ausgaben für Kundenmanagement und Vertrieb erhöhen.
Eines der Hauptziele ist es dabei, sich mit speziellem Service vom
Wettbewerb zu differenzieren.

Der geplante Dienstleistungskatalog der Energieversorger ist lang und ähnelt stark Angeboten der Telekommunikationsbranche. Er reicht von flexiblen Preisen je nach Netzlast über Prepaid- und Flatrate-Tarife bis hin zur Betrugsprävention. Die Mehrheit der Anbieter will ihren Kunden zudem einen genaueren Überblick über ihren Stromverbrauch verschaffen. Beispielsweise können sich die Verbraucher ihre
Zählerdaten per DSL-Leitung in Echtzeit auf ihren PC laden und so
unter anderem überprüfen, welche Geräte aktuell am meisten Strom
verbrauchen. Herkömmliche Stromzähler können diese Transparenz nicht
leisten, da sie nur einmal im Jahr durch den Versorger abgelesen
werden. Eine Steuerung des aktuellen Verbrauchs ist somit für die
Kunden nicht möglich.

Gleichzeitig sind die Versorger gezwungen, die zusätzlichen
Investitionen für das Kundenmanagement noch effizienter als bisher
einzusetzen.
Grund hierfür ist die zunehmende staatliche Regulierung,
die den Stromunternehmen einen strikten Sparkurs verordnet. Um dem zu
begegnen, planen die Energieversorger die Vertriebsprozesse für
margenarme Standardprodukte verstärkt zu elektronisieren. Mit
differenzierten Preismodellen, beispielsweise in Form so genannter
Billigmarken, gehen die Versorger zudem dazu über, sich mit
unterschiedlichen Serviceniveaus im Markt zu positionieren.
Demgegenüber werden sich die Energieberater mehr Zeit für die
persönliche Beratung ihrer Premiumkunden nehmen, um sie langfristig
an das Unternehmen zu binden.

Hintergrundinformationen

Für den "Branchenkompass Energieversorger 2008" wurden 100
Führungskräfte aus 100 der größten Energieversorgungsunternehmen
Deutschlands zu den Branchentrends, Investitionszielen und
Unternehmensstrategien befragt. Die befragten Unternehmen
repräsentieren die drei wichtigsten Gruppen der deutschen
Energiewirtschaft: die Stadtwerke, die Regionalversorger und die vier großen Energiekonzerne.
Die Marktforschungsgesellschaft forsa führte
die Erhebung in Telefoninterviews durch. Befragt wurden jeweils die Vorstandsvorsitzenden, Vorstandsmitglieder, die Geschäftsführer, die Leiter von Finanzen und Controlling, die Vertriebs- und Marketingleiter sowie sonstige Führungskräfte.
(ATN/Steria Mummert Consulting-Unternehmensinformationen, 13.03.2008)



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