Die Themen der Zukunft
Bundesbank sieht stabiles Wachstum
Angesichts des
unerwartet starken Wachstums zu Beginn dieses
Jahres spreche einiges dafür, dass "die Eigendynamik beziehungsweise
Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bislang unterschätzt
wurde", hieß es in dem Monatsbericht. Allerdings geht die Bundesbank
davon aus, dass sich das Wachstum nach dem schwungvollen Start ins
Jahr in den kommenden Monaten abschwächen wird. "Im Frühjahr und
Sommer dürfte sich die Konjunktur in ruhigeren Bahnen bewegen", heißt
es in dem Bericht.
Im zweiten Quartal werde ein
leichter Rückgang des saison- und
kalenderbereinigten BIP gegenüber dem Winter erwartet, als der Wert
überraschend 1,5 Prozent erreichte. So sei der Einstieg der
Industrieproduktion in das zweite Quartal "recht verhalten" gewesen,
was sich auch an geringeren Auftragseingängen zeige. Zur Jahreswende
2008/09 dürften die Auftriebskräfte wegen eines dann günstigeren
weltwirtschaftlichen Umfelds und einer nachlassenden Teuerung wieder
an Schwung gewinnen, erwarten die Notenbanker.
Für den ifo-Index werden
monatlich rund 7000 Unternehmen
verschiedener Branchen nach ihrer derzeitigen Lage und ihren
Perspektiven für die kommenden sechs Monate befragt. Beides schätzten
sie im Juni ungünstiger ein. Der Index für die derzeitige
Geschäftslage gab entsprechend von 110,1 Punkten auf 108,3 Punkte
nach, der Erwartungsindex verschlechterte sich von 97,2 auf 94,7
Punkte. "Die stark gestiegenen Ölpreise belasten offensichtlich
zunehmend die deutsche Wirtschaft", erklärte ifo-Präsident Hans-
Werner Sinn. Ifo-Ökonom Gernot Nerb ergänzte: "Man sieht, dass sich
die Konjunktur doch abschwächt."
Derzeit sei dieser
Trend zwar noch nicht dramatisch. Es bleibe aber abzuwarten, wie sich die US- und die Weltkonjunktur in den kommenden Monaten entwickeln. Dann werde sich zeigen, ob es sich nur um einen Dämpfer oder um eine stärkere Abschwungtendenz handele, sagte Nerb der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Vor allem in der
Industrie kühlte sich das Klima deutlich ab. Der
Arbeitsplatzaufbau in der Branche dürfte daher an Kraft verlieren,
sagte Nerb. «Die Beschäftigungspläne wurden deutlich gedämpft.» Vom
Auslandsgeschäft erwarten sich die Industrie- Unternehmen in den
kommenden Monaten geringere Impulse. Trotz des starken Euro sei aber
kein Export-Einbruch zu erwarten. Allerdings zeichne sich eine
zunehmende Abschwächung der Inlandsnachfrage ab.
Auch im
Einzel- und im Großhandel trübte sich im Juni die Stimmung
ein. "Man befürchtet offenbar, dass durch die hohen Energiepreise
Kaufkraft abgezogen wird", sagte Nerb. Der ifo-Index gilt als
wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. An diesem
Dienstag will das ifo Institut auch seine neueste Konjunkturprognose
bekanntgeben.
(ATN/dpa, 24.06.2008)