Bei den Nebenwerten konnte sich Wacker Chemie nach einem guten Ergebnis mit einem Kursgewinn von über 10% an die Spitze setzen. Deutliche Kursausschläge waren bei Tognum zu verzeichnen, nachdem Daimler
ankündigte bis zu 25% der Aktien aufzukaufen. Nach einer Achterbahnfahrt stand am Ende ein Kursplus von ca. 3,5%.
In den USA wurde die Notenbankentscheidung zunächst mit deutlichen
Kursverlusten quittiert, von denen sich der Dow Jones gestern (in den USA wurde gehandelt) jedoch wieder eindrucksvoll erholen konnte. Nach dem Feiertag sollte der Handel in Deutschland mit deutlichen Kursavancen starten und den Dax über die Marke von 7.000 Punkten führen.
Nach guten Daten zum weltweiten Halbleiterumsatz sollte es Infineon gelingen die Erholungstendenz fortzusetzen. Bei RWE zeichnet sich ein Rückzug
von der Offerte für British Energy ab ? dies sollte zu Erleichterung an der Börse führen.
Überblick Rentenmarkt
Am Mittwoch hatten die besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten zunächst nur wenig Einfluss auf die deutschen Anleihen, so dass diese den guten Vorgaben der US-Anleihen folgten. Der Fokus des Marktes lag auf der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Abend. Diese hat
wie erwartet den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,00% gesenkt und ein Ende des Lockerungszyklus in Aussicht gestellt.
Während der deutsche Handel wegen des Feiertages nicht statt fand haben
in den USA gestern die höher als erwartet ausgefallenen wöchentlichen Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung zunächst für steigende Notierungen gesorgt.
Für den Freitag rechnen wir hingegen mit einer zunächst schwächeren Tendenz. Insbesondere der positive Start an den Aktienmärkten sollte am Morgen den Anleihemarkt dominieren und für sinkende Anleihekurse sorgen. Im weiteren Tagesverlauf rechnen wir indes mit einer Konsolidierung, bevor am Nachmittag der bedeutende US-Arbeitsmarktbericht für den Monat April ansteht. Sollte es hier zu einem Arbeitsplatzabbau von mehr als 100.000 Stellen gekommen sein, wird es den Festverzinslichen deutlichen Auftrieb verleihen.
Topthema des Tages
Gefühle entsprechen subjektiven Empfindungen und können entsprechend trügen. Diese Beobachtung kann auch auf die Wirtschaft projiziert werden. Wie bereits nach der Einführung des Euro laufen auch heute die von der offiziellen Statistik gemessenen Inflation und die "gefühlte" Inflation erneut auseinander. Einst lief der neu eingeführte Euro (Teuro) Gefahr in Misskredit zu geraten. Heute besteht die Gefahr, dass bei den laufenden Lohnrunden zu hohe Inflationserwartungen zu Grunde gelegt werden mit der Folge überhöhter und beschäftigungsschädlicher Lohnerhöhungen.
In der offiziellen Statistik wird mit Hilfe des harmonisierten Verbraucher-preisindex (HVPI) die tatsächliche Inflationsrate gemessen. Die aktuell ermittelte Teuerungsrate für Verbrauchsgüter liegt - getrieben von gestiegenen Rohstoff- und Nahrungsmittelpreisen - auf einem Rekordniveau von
über 3%. Um dem öffentlichen Misstrauen zu begegnen, entwickelte das statistische Bundesamt einen "Index der wahrgenommen Inflation" (IWI).
Der wesentliche Unterschied liegt in der Gewichtung einzelner Gütergruppen. Während in den IWI die steigenden Energie- und Lebensmittelkosten mit einer wesentlich höheren Gewichtung einfließen, halten die stagnierenden Mietpreise - die im HVPI den größten Faktor darstellen - den Index auf einem moderaten Niveau.
Die zehn wichtigsten Güter des HVPI decken zwar nur 5% aller Kauf-entscheidungen ab, dafür aber 40% der gesamten Konsumausgaben. Anders als der IWI gewichtet der HVPI nicht die Kaufhäufigkeit, sondern allein die Preisänderung gemäß der Ausgabenbedeutung. Für ökonomische Analysen fern der Konsumforschung darf daher der subjektive Index keine entscheidende Rolle spielen. Beide Indizes messen etwas grundsätzlich anderes, haben aber dennoch beide ihre Daseinsberechtigung.
Aktien (gg. Vortag)
DAX30 6.949 0,92%
EuroStoxx50 3.825 0,82%
Dow Jones 13.010 1,48%
Nikkei 225 14.064 2,16%
Renten Deutschland
2 Jahre 3,76%
5 Jahre 3,87%
10 Jahre 4,12%
Bund Future
114,15 Pkt.
Renten USA
2 Jahre 2,37%
5 Jahre 3,08%
10 Jahre 3,76%
Devisen / Rohstoffe
USD je EUR 1,5480
JPY je EUR 161,85
GBP je EUR 0,7831
Gold 851,71 USD
Rohöl (WTI) 112,01 USD
(ATN/Commerzbank-Unternehmensinformationen, 03.05.2008)