Zwar hat sich der Ölpreisrückgang gestern fortgesetzt, erneute Verunsicherung über Risiken der US-Geschäftsbanken hat die Aktienmärkte insgesamt jedoch unter Druck gebracht. Mit einem negativen Abweichungsrisiko bei den US-Einzelhandelsumsätzen ist auch heute mit einer schwächeren Marktentwicklung zu rechnen. Dies dürfte insbesondere die zyklischen Konsumtitel und die Grundstoffwerte betreffen. Der USD/EUR wird wohl zunächst einen Boden finden.
USA nachbörslich: Der US-Halbleiterausrüster Applied Materials (+4,1%) und der Grafikkartenhersteller Nvidia (+9,2%) legten Quartalszahlen leicht oberhalb der Erwartungen vor. Es wird erwartet, dass Continental im Laufe des Tages nach der Aufsichtsratssitzung die weitere Strategie bezüglich des Angebots der Schaeffler-Gruppe präsentieren wird.
K+S hat den operativen Gewinn im zweiten Quartal auf 326,4 Mio. Euro mehr als vervierfacht. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten von 276 Mio. Euro deutlich übertroffen. Der erst kürzlich angehobene Jahresausblick wurde bestätigt. Die so genannte "Flüsterschätzungen" dürften nach der letzten Prognoseanhebung des Unternehmens deutlich gestiegen sein, so dass sich die positive Überraschung in Grenzen halten sollte.
Die Hypo Real Estate hat die Analystenerwartungen im 2. Quartal getroffen. Die Ergebnisqualität war jedoch aufgund des besser als erwarteten Handels- und schwächeren Finanzergebnisses etwas geringer.
Die ING hat die Markterwartungen auf Nettobasis deutlich übertroffen (Gewinn je Aktie 0,94 Euro vs. erwartet 0,74 Euro). Auf operativer Basis lag die Berichterstattung leicht über den Erwartungen, da ING höhere Gewinnreali-sierungen als erwartet durchgeführt hat.
Der Solarzellenhersteller Q-Cells hat die Analystenerwartungen im 2. Quartal erfüllt und die Jahresprognose leicht erhöht. Während in der letzten Schwächephase der Konsum die US-Konjunktur eher gestützt hat, ist der Private Verbrauch Kern des aktuellen Problems. Die Einzelhandelsumsätze für Juli dürften daher bestenfalls eine Stagnation zeigen.
Vor allem die bereits veröffentlichten Autoverkäufe und die Meldungen der Einzelhandelsverbände lassen dies erwarten. Die Steuerrückerstattungen bewahren den Privaten Verbrauch damit zwar vor einem Einbruch, eine Wiederbelebung der Wirtschaft ist bisher kaum zu erkennen. Nach aktuellen Schätzungen sollten die Rückzahlungen in Höhe von etwa 100 Mrd. US-Dollar das Bruttoinlandsprodukt um zusätzlich 0,5 Prozentpunkte ansteigen lassen. Der Konsum hat insbesondere auf die Zinssenkungen kaum reagiert. Dies ist
vor allem auf die höheren Risikozuschläge der Geschäftsbanken im Rahmen der Kreditvergabe zurückzuführen.
Themen des Tages
Arbeitslosenquote (ILO) GB, Bruttoinlandsprodukt JPN,
Einzelhandelsumsätze USA
Ereignisse des Tages
E.on: Berichterstattung um 12 Uhr
(ATN/Commerzbank Private Banking-Unternehmensinformationen, 13.08.2008)