Die Themen der Zukunft
Daimler zieht Klage gegen Aktionärsschützer zurück
Wenger war aber gegen das Urteil in Berufung gegangen, und bevor das Hanseatische Oberlandesgericht über die Sache entscheiden konnte, gaben der Konzern und der Manager nun klein bei. Daimler und Schrempp hatten Wenger wegen einiger Äußerungen zu Schrempps angekündigtem Rücktritt im Jahr 2005 mit einer Klage überzogen.
Wenger hatte in einem Fernsehinterview seine Verwunderung darüber geäußert, dass die Presseabteilung des Automobilkonzerns zu den Hintergründen der Entscheidung keine Stellungnahme abgegeben hatte. Nach der Aufforderung des Journalisten, über mögliche Hintergründe zu spekulieren, hatte Wenger gesagt: "Es ist auch bekannt, dass die Staatsanwaltschaft im Haus ist. Es war bisher nicht bekannt, dass das was mit Schrempp zu tun hat.
Es ist bisher auch noch nicht so weit, dass so etwas bekannt wäre, aber es könnte durchaus sein, dass ein Vorfall dieser Art letzten Endes die Sache sehr beschleunigte." Daimler und Schrempp hielten das für eine falsche und unzulässige Verdächtigung und erwirkten eine einstweilige Verfügung gegen Wenger. Sie gewannen dann auch das Unterlassungsverfahren in erster Instanz. Dass die Kläger nun aufgeben, dürfte damit zusammenhängen, dass sie einen Prozess gegen einen anderen kritischen Daimler-Aktionär vor dem Bundesgerichtshof endgültig verloren haben.
(ATN)